Positionen der Sozialdemokratie zu Antisemitismus und Zionismus. An August Bebels Analyse des Antisemitismus als Erscheinungsform eines fortschrittsfeindlichen, primitiven Antikapitalismus orientierte sich die deutsche Sozialdemokratie bis in die 1930er Jahre. Doch antijüdische Angriffe deutschnationaler und völkischer Akteure auf die junge Republik erzwangen eine Revidierung dieses Konzepts. Nach dem November 1918 erkannte die Sozialdemokratie im politischen Antisemitismus auch ein antirepublikanisches Instrument reaktionärer Parteien. Aber die Erkenntnis, die im Kampf gegen die DNVP nutzte, behinderte sie in der Abwehr des Nationalsozialismus. Die Studie rekonstruiert erstmals die Auseinandersetzungen der deutschen Sozialdemokratie mit dem Antisemitismus in der Weimarer Republik. Sie beschreibt die sozialdemokratischen Maßnahmen gegen den Judenhass und zeigt, warum die Hegemonie des Antizionismus in der SPD im Laufe der 1920er Jahre brüchig wurde.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.03.2021
Rezensent Daniel Siemens hat diese Studie mit Gewinn gelesen und konstatiert, dass die politische Haltung der SPD gegen den Antisemitismus nie wankte, dass sie jedoch aus der fehlenden Wirkung ihrer Aufklärungsarbeit keine Folgerungen zog, praktische im Sinne eines Schutzes der - zumindest nicht-sozialistischen - Juden in Deutschland schon gar nicht. Der Rezensent hat ein paar Kritikpunkte anzubringen, etwa dass im Buch ein sehr strikter Quellenbegriff herrscht - "Reichstagsreden, Parteiprogramme" und SPD-Presseartikel - und dass weder Thesen verfolgt noch Alltagsbilder zur Beschreibung und Analyse des Themas angeboten werden. Dass es den rechten Kräften jener Zeit gelang, über alle Klassen hinweg sowohl den Hass auf das demokratische System als auch den Antisemitismus zur einigenden Kraft zu machen, stellt uns weder der Autor noch der Kritiker etwa als Warnung vor Augen.
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