Die DDR führte 1966 ihren eigenen Auschwitz-Prozess. Dies ist das erste Buch, das über diesen Prozess und die Biografie des Angeklagten, des stellvertretenden SS-Standortarztes von Auschwitz und Lagerarztes im IG Farben-Lager Monowitz, Dr. Horst Fischer, umfassend informiert. Der Schauprozess vor dem Obersten Gericht der DDR 1966 war in vielerlei Hinsicht ein besonderes Verfahren. Fischer war der ranghöchste SS-Mediziner, der jemals vor einem deutschen Gericht, Ost oder West, stand, und sein Prozess gilt als das bedeutendste NS-Verfahren der DDR. Er muss auch im Kontext des Kalten Krieges und der westdeutschen Auschwitz-Prozesse (1963-1966) gesehen werden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.04.2006
Rezensent Peter Jochen Winters lobt dieses Buch über den SS-Mediziner Horst Fischer als "gründliche Untersuchung" zur Vergangenheitsbewältigung in der DDR. Damit leistet der Autor aus Winters Sicht einen weiteren Beitrag zur NS-Täterforschung und legt gleichzeitig eine "fundierte Darstellung" der von der Staatssicherheit beherrschten strafrechtlichen Verfolgung von NS-Gewaltverbrechern vor. In diesem Zusammenhang konnte ihm das Buch anhand der ausgewerteten Fakten deutlich machen, wie die DDR die NS-Vergangenheit für den propagandistischen Kampf gegen die Bundesrepublik instrumentalisiert hat, weshalb der propagandistische Wert solcher Prozesse und nicht die systematischeVerfolgung von NS-Tätern im Vordergrund gestanden hat.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 01.03.2006
Werner Renz ist von der Studie, in der Christian Dirks den Prozess gegen den KZ-Arzt Horst Fischer in der DDR untersucht, höchst angetan. In seinem Buch zeichne der Autor nicht nur "minutiös" die Biografie Fischers nach und schildere "präzise und quellengestützt" die Verbrechen der Ärzte in Auschwitz insgesamt, er könne auch "überzeugend" nachweisen, dass der Fischer-Prozess in der DDR 1966 vor allem ein gegen die Bundesrepublik gerichteter Propaganda-Akt war, wie der Rezensent feststellt. Denn auch in der DDR war die Verfolgung der NS-Verbrechen alles andere als gründlich, insgesamt war man der Meinung, dass die NS-Mörder in Westdeutschland zu finden seien, so Renz, der es zu würdigen weiß, dass Dirks in seinem Buch zeigen kann, dass die viel gerühmte "konsequente Verfolgung der NS-Täter" in der DDR ein Märchen war.
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