Im Ersten Weltkrieg kämpften auf dem europäischen Kriegsschauplatz über 600.000 nichtweiße Soldaten aus den Kolonien Frankreichs und Grossbritanniens. Diese Präsenz nichtweißer Männer in Europa in bislang unbekanntem Ausmaß führte zu einer intensiven Debatte sowohl in den Staaten, die solche Soldaten einsetzten, als auch in Deutschland und bei den Neutralen. Ihren Höhepunkt erlangte diese Diskussion indessen erst nach dem Krieg. Stein des Anstoßes war die Stationierung von Kolonialtruppen in den besetzten Gebieten im Rheinland, die in der deutschen Propaganda eine Flut von Vergewaltigungsvorwürfen nach sich zog. Die preisgekrönte Arbeit untersucht die Debatte, der im Rahmen der Geschichte des modernen Rassismus eine erhebliche Bedeutung zukommt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 07.01.2002
Für Brigitte Reinwald ist die "preisgekrönte Studie" ein "wichtiger Beitrag zur aktuellen Diskussion um Rassismus und Fremdenfeindlichkeit". Die Dissertation von 1998, die den Diskurs um die "Verwendung von Kolonialtruppen" in Europa zur Zeit des Ersten Weltkriegs untersucht, schärfe den Blick für die Kontinuitäten von rassistischen Stereotypen, die heute "im Gewand kultureller Differenz daherkommen". Die Rezensentin hält das Werk für eine ausgezeichnete und ausgesprochen gründliche Arbeit, in der umfangreiche Quellen wie "Regierungs- und Verwaltungsakten, Parlamentsprotokolle, Politikerreden, Presseartikel, Flugblätter, Propagandabroschüren, Karikaturen und Plakate" detailliert ausgewertet werden. Sie ordnet es ein in die "neue Militärgeschichte". Die Beweisführung sei "souverän und überzeugend", die "historische und diskursanalytische Aufarbeitung" der Materie sei gelungen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.10.2001
Der Rezensent Jürgen Zimmerer sieht das Verdienst dieser Studie darin bestehen, dass sie eine Lücke in der Forschungsliteratur schließt, denn es gäbe noch keine Forschung zum Einsatz "farbiger Kolonialtruppen im Ersten Weltkrieg und in der Nachkriegszeit noch der darüber geführten Propagandaschlacht". Die Studie sei eine gelungene Verbindung aus diskursanalytischen Ansätzen und Fragen der Feindbildforschungen. Dennoch bleibe der Autor nicht einfach bei der Analyse der rassistischen Vorurteile stehen, sondern konfrontiere diese Gerüchte auch mit der Realität. So stelle sich dann beispielsweise das Vergehen eines afrikanischen Soldaten dann als das unerlaubte Fahrradfahren in einem Park heraus.
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