Nach der Bundestagswahl 2013 lag der politische Liberalismus am Boden. Nach der Bundestagswahl 2017 ist er wieder zu einem Machtfaktor in der Republik geworden. Über die "Schattenjahre" dazwischen berichtet Christian Lindner. Er beschreibt den Absturz der FDP und den schwierigen Alltag abgeschnitten von der politischen Szene der Hauptstadt.
Er schildert im Detail, wie seine Weggefährten und er die Partei neu aufgerichtet haben, welche Ideen sie heute leiten und was sie sich für die Zukunft vorgenommen haben. In diesem gleichermaßen aktuell-politischen, grundsätzlichen wie persönlichen Buch gewährt der Autor Einblicke in die politische Wirklichkeit und in die Motive der tragenden Akteure. Zugleich erzählt Christian Lindner von seinen Prägungen und Anfängen, von Niederlagen und Aufstiegen sowie seinem persönlichem Verständnis von Liberalismus.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 01.02.2018
"Sympathisch" erscheint Christian Lindner der Rezensentin Petra Bruns nach der Lektüre seines Buches über die dunklen Jahre der FDP, "sympathisch" scheint ihr auch die neue Partei unter Lindner und das frische, klare Profil, das sie sich in den Jahren 2013 bis 2017 laut Rezensentin erarbeitet hat. In seinem Buch erlaube Lindner dem Leser auch den Blick in sein Inneres, in seinen Alltag und vor allem in seine Wünsche, Gefühle und Absichten, was Bruns bewundernswert findet. Sie meint, den Politiker nun zu kennen und zu verstehen. Auch weiß sie, wie er es geschafft hat, seine Partei zurück in den Bundestag zu bringen. Was ihr jedoch fehlt, ist der Test der "Theorie an der Empirie", denn das Buch endet mit der Rückkehr einer gestärkten FDP in den Bundestag. Wie sie ihre theoretischen Ziele dort umsetzen will, bleibt offen, so die abwägende Rezensentin.
Rezensent Adam Soboczynski fallen nicht allzu viele Politikerbücher ein, die er besonders vergnügt gelesen hat. Christian Lindners "Schattenjahre" zählt er allerdings gern zu den seltenen Ausnahmen: Denn in dem Mix aus Erfahrungsbericht, Biografie und theoretischer Abhandlung liest der Kritiker nicht nur nach, wie sich die FDP nach ihrem Absturz berappelte, sondern er blickt hier auch fasziniert hinter die Kulissen des Wahlabends 2013. An Tränen, Scham und Schadenfreude lässt ihn Lindner ebenso teilhaben wie er auch Einblicke in die gemeinsamen Sylt- und Mallorca-Urlaube mit dem FDP-Politiker Wolfgang Kubicki gewährt, erzählt der Rezensent. Wenn der FDP-Vorsitzende en Detail Parteiengeschichte resümiert, langweilt sich Soboczynski zwar ein wenig. Lindners gelehrte Ausführungen zur Zukunft des Liberalismus liest er hingegen mit Interesse.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…