Mit Illustrationen von Peter Schössow. Eines der schönsten Morgenstern-Gedichte erzählt vom zart besaiteten Palmström, der gewaltlos eine Maus loswerden möchte. Sein Freund Korf hat eine geniale Idee: Sie brauchen einen Käfig, in den Palmström selbst hineinpasst. Da drinnen muss er Geige spielen und die Maus mit süßen Klängen anlocken, bis sie in den Käfig klettert... Wie die Geschichte genau geht, muss man gesehen haben - deshalb hat Peter Schössow sie gemalt.
In allerhöchsten Tönen lobt Rezensent Thomas David Peter Schössows fantasievolle Morgenstern-Illustrationen. Denn so "schillernd" wie hier hat er Christian Morgenstern schon lange nicht mehr erlebt. Die berühmten Verse sind David zufolge von Schössow so ganz ohne "zuckersüße Nostalgie und andere Klebrigkeiten" in Szene gesetzt, dass sie die Komik von Comics haben. Gleichzeitig sieht der Rezensent aber auch den Computer als Medium aufscheinen, an dem der Illustrator seine Figuren und Stimmungen komponiert. So sieht für ihn der Rasen, auf dem Korf und Palmström ihre Mausefalle bauen, aus, als hätte Schössow dafür ein "gegen den Strich geföntes Badetuch" gescannt. Auch die Hintergründe, die sich in pixeliger Unschärfe verlieren, bestechen den Rezensenten sehr.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.05.2006
Die Rezensentin Annette Zerpner ist wärmstens angetan von Peter Schössows zeitgemäßer zeichnerischer Interpretation des Gedichts "Die Mausefalle" von Christian Morgenstern: Seine Zeichnungen überfrachten die schlichten Verse nicht, sondern verstärken ihren lakonischen Witz, lobt sie. Besonders schön und bemerkenswert ist nach Meinung der Rezensentin, wie Schössow Lichtverhältnisse zu Papier bringt - und wie es ihm dank dem ihm eigenen Stil gelingt "überzeichnete Gegensätze in Schlichtheit und Ruhe aufzulösen".
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