Christiane Bender

Zeitenwende

Der Krieg gegen die Ukraine und eine Politik der Verantwortung in der Tradition Max Webers
Cover: Zeitenwende
Nomos Verlag, Baden-Baden 2024
ISBN 9783985720736
Broschiert, 342 Seiten, 49,00 EUR

Klappentext

"Zeitenwende" lautet der Schlüsselbegriff zum Verständnis der Gegenwart. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine hat zur Zerstörung der europäischen Friedensordnung geführt. Die lang gehegte Hoffnung ist erschüttert worden, zwischenstaatliche Konflikte nach dem Gebot des Völkerrechts ohne Gewaltanwendung durch Verhandlungen und Dialog beizulegen. Daraus resultieren Unsicherheiten und Risiken. Deutschland reagiert mit einer längst überfälligen Neuausrichtung seiner Sicherheitspolitik. Deren Ziel besteht darin, den Frieden und die Freiheit künftig besser zu schützen und wirksamer zu sichern. Mehr denn je wird daher in allen gesellschaftlichen Bereichen künftig ein Handeln im Sinne einer Ethik der Verantwortung erforderlich sein. Die vorliegende Studie stellt zeitgeschichtliche, soziologische, politikwissenschaftliche und ethische Analyse dazu bereit. Sie richtet sich an Lesende, die Lösungen für die mit der Zeitenwende zutage getretenen Probleme suchen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.08.2024

Rezensent Frank Decker hat viel zu meckern am Buch der Soziologin Christiane Bender über die Zeitenwende. Formal stören ihn die "unzusammenhängende Struktur" und allerhand Wiederholungen. Überflüssiges wie Berichte über Zugfahrten hätte sich die Autorin sparen können, findet er. Wichtiger aber scheinen ihm die inhaltlichen Schwächen der aus Vorträgen und Podcasts kompilierten Arbeit: Benders Kritik an einem gesinnungsethisch motivierten Pazifismus zugunsten einer Verantwortungsethik im Umgang mit Russland verfängt laut Rezensent nicht. Seiner Meinung nach waren es vor allem Wirtschaftsinteressen, die zu Fehlern in der europäischen und deutschen Russlandpolitik geführt haben. Innenpolitische Folgen diskutiert Bender zudem nicht und bietet auch keine handfeste sicherheitspolitische Analyse, moniert Decker weiter. Zu guter Letzt fragt er sich, warum die Autorin ihre Einschätzungen er jetzt publiziert. Hat sie sich vielleicht ebenso wie die Politik täuschen lassen?

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