Die Entscheidung zur Stationierung von US-Mittelstreckenraketen ist eine der folgenreichsten sicherheitspolitischen Entscheidungen seit Jahren. Sie wird von der Bundesregierung als notwendige Reaktion auf russische Bedrohungen gewertet. Andere befürchten, dass sich damit das strategische Gleichgewicht verändert und die Konfrontation zwischen der NATO und Russland verschärft. Der Band versammelt kontroverse Positionen und soll zur Versachlichung der Debatte beitragen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.03.2025
Interessiert und ohne eigene Wertung fasst Rezensent Gregor Grosse den von Johannes Varwick herausgegebenen Band zusammen, in dem Experten kontrovers über die Entscheidung aus dem Jahr 2024 diskutieren, in Deutschland amerikanische Mittelstreckenraketen zu stationieren - augenscheinlich als Reaktion auf Russlands zunehmend aggressives militärisches Auftreten. Grosse referiert vor allem die Positionen zweier Beiträge, zum einen die des am Genfer Zentrum für Sicherheitspolitik angesiedelten Wolfgang Richter, der die Stationierung der Waffen für eine Provokation hält und für einen Ausgleich mit Russland in Sachen Aufrüstung eintritt und die des Politikwissenschaftlers Joachim Krause, der solche Argumentationen mit russischer Propaganda gleichsetzt und darauf verweist, dass der Westen mehr tun muss, um die Gefahr einzudämmen, die von russischen Atomwaffen ausgeht. Auch die Art und Weise, wie die Stationierung ohne öffentliche Debatte oder parlamentarischen Beschluss durchgesetzt wurde, wird im Band unterschiedlich bewertet, lernen wir. Wobei durchaus auch differenziert argumentierende Stimmen zu Wort kommen, wie etwa die des Politikwissenschaftlers Oscar Prust, der argumentiert, dass die Bundesregierung durchaus Mitspracherecht haben wird, wenn es um den Einsatz der Waffen geht - Grosses Sympathien scheinen am ehesten bei solchen Positionen zu liegen.
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