Christoph Links

Verschwundene Verlage

Ein unbekanntes Kapitel ostdeutscher Kulturgeschichte (1945 - 1990)
Cover: Verschwundene Verlage
Ch. Links Verlag, Berlin 2026
ISBN 9783962892418
Gebunden, 488 Seiten, 35,00 EUR

Klappentext

Warum verschwanden in der DDR so viele Verlage?Zum Ende der DDR gab es nur noch 78 zentral zugelassene Verlage, obwohl von der Sowjetischen Militäradministration nach 1945 mehr als 200 eine Genehmigung erhalten hatten. Der Verlagshistoriker Christoph Links hat die Geschichte von 150 verschwundenen Verlagen recherchiert und geht in seinem Buch der Frage nach, warum und wie sie verschwanden. Wurden sie vom Staat aus politischen Gründen enteignet, steuerrechtlich zum Aufgeben gezwungen, sind sie in den Westen abgewandert, haben sie aus eigenem Antrieb aufgegeben oder wurden sie gegen ihren Willen fusioniert? Dahinter steht die grundsätzliche Frage, mit welchen Mitteln und Methoden die SED-Führung im Bereich der Kulturwirtschaft agierte, wie sie geistige und wirtschaftliche Konkurrenz aus dem Wege räumte, um für die bevorzugten Firmen finanziell ertragreiche Monopolstellungen zu schaffen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 14.03.2026

Rezensent Ilko-Sascha Kowalczuk findet es toll, dass Christoph Links mit seinem Projekt einer Erschließung ostdeutscher Verlagsgeschichte weitermacht. Anknüpfend an vorherige Bücher zum Thema, die Standardwerke zur DDR-Geschichte geworden sind, stellt der Autor und langjährige einflussreiche Verleger diesmal einzelne Verlage vor, die seit 1945 verschwunden sind, und die Gründe für dieses Verschwinden: Z.B. Verdrängung, Abwanderung in den Westen und strenge Lizenzverfahren führten dazu, dass es in der DDR schon vor dem Mauerbau kaum noch 100 Verlage gab, im Westen hingegen über 60.000, liest Kowalczuk. Dabei gehe Links wie gewohnt ins Detail und liefere "sehr interessante" kurze Verlagsgeschichten von ganz unbekannten Namen, staunt der Kritiker. Noch verdienstvoller ist für ihn aber die Message, die das Buch "wie nebenbei" vermittle: wie die Limitierung des Buchsektors Zeugnis von der krassen Repression in der DDR ablegt, und wie die dadurch entstandenen Lücken "bis heute schmerzen". Umso wichtiger dieses Schlaglicht auf die "Ausgegrenzten", lobt Kowalczuk.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.03.2026

Rezensent Mark Lehmstedt hofft, dass die Bücher des Buchhistorikers Christoph Links viele Leser finden und weiteres Forschungsinteresse wecken. Links Buch von 2009 über das Schicksal der DDR-Verlage und der besprochene Band ergeben laut Lehmstedt zusammen ein Kompendium der ostdeutschen Verlagslandschaft in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der aktuelle Band untersucht das Verschwinden der Verlage in der DDR zwischen 1945 und 1989. Über Gründe und Zweck dieser Entwicklung erfährt Lehmstedt Wissenswertes. Dass Links anhand extensiver Recherchen auch einzelne Verlegerschicksale in den Blick bewertet der Rezensent positiv.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 07.03.2026

Rezensent Erhard Schütz lernt im Buch von Christoph Links DDR-Verlage kennen, die zwischen 1949 und 1990 verschwanden. Der Autor kennt sich gut aus mit der Materie, versichert Schütz. Die 150 Verlagsporträts erkunden laut Schütz die Gründe für das Verschwinden, etwa das Abwandern in den Westen, die Papierrationierung oder Lizenzprobleme. Beispiele im Buch sind laut Rezensent etwa die Verlage von Alfred Kantorowicz, Paul Zahl oder Karl Rauch.

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