Bisher waren Gesellschaften auf ihr Land beschränkt, mit einem Staat, der für sie Politik machte. Heute steht Politik vor globalen Problemen und bekommt so eine globale Dimension. Das bisherige System internationaler Politik - die Staatenwelt mit dem Gewaltmonopol nach innen und einem Recht zur Kriegführung - muss durch ein politisches System der Weltgesellschaft ersetzt werden, mit globaler Regionalisierung und Gewaltenteilung. Exekutive und Gerichte sind auf Weltebene bereits vorhanden, aber es fehlt die parlamentarische Dimension. Doch die Welt braucht handlungsfähige Akteure: Allein in den Einzelstaaten China und Indien leben jeweils über eine Milliarde Menschen; politische Integration sollte überall möglich sein. Ob diese Weltpolitik legitim sein wird, erweist sich aus ihrem Handeln entsprechend ihren zwei Zielvorgaben - menschliche Sicherheit und gesellschaftliche Nachhaltigkeit.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.01.2009
Allzu aufregend klingt das alles nicht. Doch Uwe Holtz, Politikwissenschaftler und früherer SPD-Politiker, schwört Stein und Bein, dass dieser Band einen "besonderen Wert" in sich trägt. Was sein Parteikollege Christoph Zöpel hier als Synthese eines langen Parlamentarier-Daseins und Vision in einem vorstellt, hat laut Holtz opus-magnum-Qualitäten und bietet, wenn auch nicht allzu viel Neues, wie er einräumt, so doch ausreichend Anregendes aus Wissenschaft und Politik. Die drei Schwerpunkte des Bandes (nationale Tradition, Weltgesellschaft, Gleichberechtigung) stellt Holtz uns vor und findet die von Zöpel herausgestrichene Bedeutung globaler Parteiengemeinschaften bemerkenswert und seine Denk- und Handlungsanstöße wichtig.
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