Kaum ein anderer Herrscher der Neuzeit ist in einem so verheerenden Ausmaß Opfer oberflächlicher Journalisierung (Ernst Jünger) geworden wie Kaiser Wilhelm II. Der Fehl- und Vorurteile sind Legion, und es ist hohe Zeit, Wilhelm II. aus seiner Zeit heraus zu verstehen. Der Historiker Eberhard Straub erinnert an die vergessene innenpolitischen Leistungen des letzten deutschen Kaisers.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 14.01.2009
Cord Aschenbrenner stellt drei Monografien über den letzten deutschen Kaiser Wilhelm II. vor. Eberhard Straubs Buch hat den Rezensenten von allen drei Werken am wenigsten überzeugt. Wenn es nach dem Autor geht, wurde Wilhelm II. nicht so sehr von persönlichen "Impulsen" gelenkt, sondern von "Kombinationen" äußerer Umstände, entnimmt Aschenbrenner der Lektüre. Unangenehm berührt haben den Rezensenten offensichtlich Straubs Versuche, die vielen negativen Seiten im Wesen und im Wirken des Kaisers großzügig zu übersehen und Schuld bei anderen zu suchen. Etwas absurd will dem Rezensenten dann auch die Einschätzung Straubs von Wilhelm II als "Friedfertigen", wie der Autor in einer Kapitelüberschrift schreibt, erscheinen.
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