Mit Abbildungen. 1914 trat Deutschland mit dem Großen Hauptquartier als zentralem Führungsinstrument in den Krieg ein. In ihm versammelten sich neben Kaiser Wilhelm II. die wichtigsten politischen und militärischen Entscheidungsträger des Kaiserreichs. Diese Studie fragt nicht nur danach, was das Große Hauptquartier war, sondern wie in ihm Führung organisiert wurde, wie Entscheidungsprozesse abliefen und wie modern es war. Vieles, wenn nicht alles, hing vom Kaiser ab. Würde und konnte er seiner Verantwortung gerecht werden? Konnte er die divergierenden Interessen zwischen den Kabinetten, der Heeres- und Marineführung sowie dem Reichskanzler bündeln? Und: Konnte er überhaupt führen? Die Studie von Gerhard P. Groß geht weit über eine Organisationsgeschichte hinaus. Sie ist zugleich ein institutionelles Psychogramm, das die Lebensrealität im GrHQ abbildet und untersucht, welche Einflüsse der Alltag auf Führungsentscheidungen hatte - kurz: wie das GrHQ funktionierte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.05.2022
Rezensent Gerd Krumeich respektiert die Recherchearbeit, die Gerhard P. Groß für sein Buch über das Große Hauptquartier von Kaiser Wilhelm II. geleistet hat. Über Rangfolgen, Intrigen, obszöne Schlemmereien (während die Bevölkerung hungerte), die Bedeutung der Kommunikation beim Spaziergehen und Ausreiten, über die schiere Größe des GHQ und die Masse der Gefolgsleute und Militärs dort erfährt Krumeich mehr als genug. Das alles wird laut Rezensent lebensnah und akribisch geschildert. Nur: Über die eigentliche Rolle des GHQ als militärische Schaltzentrale des Kaiserreichs erfährt Krumeich eher wenig, ebenso über das GHQ und seine Kenntnis der "Frontverhältnisse" in Verdun und an der Somme. Auf wichtige Fragen zur Heeresführung geht der Autor nicht ein, bemängelt der Rezensent.
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