Aus dem Englischen von Dieter Fuchs. Warum führt uns die Zeit so oft hinters Licht, obwohl sie doch genauestens zu messen ist? Claudia Hammond lüftet das Geheimnis der subjektiven Zeitwahrnehmung mit Hilfe aktueller neurowissenschaftlicher Erkenntnisse und spannender Experimente. Und sie zeigt, wie wir mehr aus unserer Zeit machen können. Die Zeit durchtaktet unser Leben sehr fein und genau - und gleichzeitig entzieht sie sich jeder Kontrolle: Während ein schöner Urlaub wie im Flug vergeht, können sich Sekunden endlos dehnen, wenn wir unser Leben in Gefahr sehen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 23.01.2020
Sehr interessiert hat Rezensent Oliver Pfohlmann dieses Buch gelesen. Er findet sich offenbar gut aufgehoben in den, so meint er, vergnüglichen Wanderungen der Autorin durch literarische Referenzen, persönliche Geschichten und wissenschaftliche Erforschung unseres Zeitgefühls. Vielleicht seien unterschiedliche Areale im Gehirn zuständig für die zwei Varianten, in denen wir Zeit erleben, nämlich auf die "prospektiv-erlebende" und die "retrospektive, erinnerungsdominierte" Weise, lernt er. Und staunend präsentiert er uns die abenteuerlichen Experimente, bei denen das Zeitgefühl der Probanden gemessen wurde. Dem Kritiker gefällt die Erzähllust von Claudia Hammond, aber er findet ein paar kleine Mängel und fragt, warum die kürzlich erschienene Untersuchung veränderter Zeitwahrnehmung unter Drogeneinfluss in dieses Buch nicht aufgenommen wurde. Aber dann überwiegt offensichtlich doch wieder seine Faszination für die Ausbreitung des Materials.
Katharina Granzin möchte das anekdotische, redundante Dampfgeplauder der Journalistin Claudia Hammond gerne aus dem Buch verbannen. Was dann übrigbleibt, hat für Granzin durchaus das Zeug, den Leser zum Nachdenken anzuregen. Wie wir die Zeit wahrnehmen und warum, ist schließlich eine interessante Frage. Und wenn Hammond sich bei den Kognitionswissenschaften schlau macht und allgemeinverständlich über Zeit-Raum-Synästhesie berichtet, kann Granzin sogar etwas lernen. Die "Achtsamkeitsübungen" im Buch verbucht sie allerdings gnadenlos unter Ratgeberliteratur.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 27.08.2019
Ein Feuerwerk der Informationen bestaunt Rezensentin Susanne Billig mit diesem Buch der britischen Sachbuchautorin Claudia Hammond. Wie unser Zeitgefühl entsteht, wie Menschen in freiem Fall die Sekunden vor dem Aufprall erleben, wie man in der Gegenwart stecken bleibt und was man gegen die galoppierende Zeit unternehmen kann, erklärt ihr die Autorin ebenso kundig wie unterhaltsam. Dass Hammond auch noch über dramaturgisches Talent verfügt, macht die Lektüre für die Kritikerin darüberhinaus auch noch spannend.
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