Nie zuvor ist ein Staat in Friedenszeiten so schnell in der Geschichte verschwunden wie die DDR zwischen Mauerfall und Wiedervereinigung. Beinahe noch atemberaubender war die Leistung der alten Bundesrepublik, die ehemalige DDR vollständig in die bundesdeutsche Ordnung zu integrieren. Zum 15. Jahrestag der deutschen Einheit legt nun Claus J. Duisberg eine Innensicht der Ereignisse zwischen 1989 und 1990 vor.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.03.2006
Wer wissen will, wie die Bonner Ministerialbürokratie in den spannenden Monaten vor und während der Wiedervereinigung dachte und agierte, dem legt Hanns Jürgen Küsters diesen "Erfahrungsbericht" ans Herz. "Subtil und präzise" , gelegentlich auch mit "kritischen Untertönen" schildere der gelernte Diplomat Claus J. Duisberg den Zerfall der DDR und die Reaktionen in den Bonner Amtstuben, die von professionellem Krisenmanagment bis hin zu endlosem Kompetenzgerangel der Behörden reichten. Überzeugend zeichnet Duisberg vor allem den komplizierten Verhandlungsprozess zwischen beiden deutschen Staaten nach, erklärt der Rezensent. Und auch wenn er dabei mit "gelegentlichen Seitenhieben" gegen die Bonner Kollegen aufwarte, wüsste er doch insgesamt deren "Einsatzbereitschaft und Leistungsfähigkeit" angemessen zu würdigen. Alles in allem, so Küsters, enthalte Duisbergs Buch eine "nuancierte Darstellung eines Beamten, der sich gelegentlich als Querdenker entpuppt".
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.11.2005
Annette Weinke stellt zwei Bücher zur Wiedervereinigung vor, die zum 15. Jahrestag der deutschen Einheit erschienen sind. In seinem Buch "Das deutsche Jahr" interessiert sich Claus J. Duisberg, der als Leiter des Arbeitsstabes Deutschlandpolitik auf bundesdeutscher Seite an den Verhandlungen um den Einigungsvertrag beteiligt war, vor allem für die "innenpolitischen Herausforderungen" der Wiedervereinigung, wobei er einen "eher persönlichen Rückblick" bietet, konstatiert die Rezensentin. Zu den "Stärken" des Bandes zählt sie, dass der Autor die Ereignisse "atmosphärisch dicht" darstellt und dabei eine Vorstellung davon vermittelt, "wo die Spielräume und Grenzen" der Politik in Zeiten historischer Umbrüche liegen.
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