Karl Foerster in Potsdam-Bornim galt und gilt vielen als der größte Gärtner Deutschlands. Die Grundlagen für seinen Ruhm legte er mit Gründung von vier Firmen während der Kaiserzeit und der Weimarer Republik. Ab 1935 wurden seine Geschäfte weiter ausgebaut und erreichten während des Zweiten Weltkriegs ihre Blütezeit. In der DDR wurde er mit Auszeichnungen überhäuft und als Symbolfigur einer angeblich ungebrochenen humanistischen Tradition ausgegeben. Außer der Veredlung und Verbreitung von Stauden sah er es als seine Aufgabe an, durch seine Schriften die Menschheit zu bessern und politischen Einfluss zu nehmen. Wie kann es einer einzelnen Person gelingen, sich in vier so unterschiedlichen Systemen erfolgreich zu behaupten? Die vorliegende erste kritische Biografie Foersters untersucht nicht nur seine Leistungen in der Pflanzenzüchtung, Pflanzenverwendung und als Autor, sondern auch seine Weltanschauung, seine Erfolgsmethodik und seine familiären und beruflichen Beziehungsgeflechte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.06.2024
Rezensent Stefan Rebenich liest gerne Clemens A. Wimmers Buch über den 1874 geborenen Karl Foerster, den "Leitstern" der deutschen Gartengestaltung. Foerster wurde in eine gutbürgerliche Familie geboren, die seine "nicht standesgemäße Gärtnerlehre" tolerierte und ihm Starthilfe bei seinem Unternehmen gab, das sich auf Neuzüchtungen und Gartenarchitektur konzentrierte, zeichnet Rebenich nach. Zu den Mächtigen pflegte er um seines Garten willens ein enges Verhältnis: er veranstaltete Salons in seinem Garten, in der Weimarer Republik war er deutschnational, in der NS-Zeit baute er den Nazis neue Gärten in den eroberten Ostgebieten, resümiert Rebenich. In der DDR schaffte er sein Unternehmen in ein Kommanditgesellschaft umzuwandeln und mit 360 Neuzüchtungen erfolgreich auf dem Markt zu bleiben, lesen wir. Leider gehe Wimmer in diesem Buch Jahr für Jahr vor und nicht größeren Fragestellungen nach, moniert der Kritiker. Doch ist Rebenich von dieser "kritischen Biographie" überzeugt, auch wenn er zur schnelleren Lektüre den Katalog der Ausstellung im Potsdamer Forum für Kunst und Geschichte empfiehlt.
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