Aus dem Französischen und mit einem Nachwort von Ina Kronenberger. Colette weiß, es ist gefährlich, zu lange in der Hülle einer alten Wohnung zu verweilen. Besser ausziehen und anderswo sein Glück versuchen: Zwischen Bücherkisten und Körben voller Geschirr wird die Katze gesucht und das letzte Bild geborgen, die Wände klingen seltsam hohl, und draußen steht der Umzugswagen bereit - auf in ein neues Leben, wo die Sonne einen anderen Weg an die Wand zeichnen wird. Die französische Kultschriftstellerin zieht mit uns durch Paris, in kleine, große, windschiefe, dunkle und erhellende Wohnungen, sinniert über die Nachbarn im Hinterhaus und die Schritte im Flur, übers Ankommen und Loslassen und über den richtigen Ort. In einer liebevollen Ode an das Umziehen schreibt Colette all jenen, denen der Umzug dräut, einen Silberstreif an den Horizont.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.02.2025
Rezensentin Barbara von Machui staunt über die Lebendigkeit, mit der Colette in diesem wiederzuentdeckenden Band ihre Wohungen wie Menschen beschreibt und Wohnungswechsel als Tragödien darstellt. Machui lernt das "graue" Paris mit seinen dunklen Wohnungen kennen, aber auch Colettes Faible für Zimmer- und Gartenpflanzen. Colette als eine der ersten Autorinnen autofiktionaler Literatur lässt sich hier kennenlernen, meint Machui. Die (sexuelle) Tabus brechende, Geschlechtergrenzen verschiebende Colette eher weniger.
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