Constantin Schreiber

Die Kandidatin

Roman
Cover: Die Kandidatin
Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2021
ISBN 9783455010640
Gebunden, 208 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Ein Land am Abgrund. Eine Gesellschaft zwischen Hoffnung und Hass. Und eine muslimische Frau auf dem Weg zur Macht. Deutschland in ungefähr dreißig Jahren, kurz vor der nächsten Bundestagswahl. Die aussichtsreichste Kandidatin für den Posten an der Regierungsspitze ist Sabah Hussein. Feministin, Muslimin, Einwandererin, Mitglied der Ökologischen Partei. Aber nicht alle wollen sie gewinnen sehen und arbeiten mit allen Mitteln daran, Sabah Husseins Wahl zu vereiteln, während die Gesellschaft immer weiter auseinander bricht.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 10.06.2021

Rezensent Stefan Buchen ist fassungslos: Der Autor, davon ist er überzeugt, hat mit dieser Geschichte über eine muslimische Kanzlerkandidatin seinen Hass gegen Muslime als Roman getarnt. Beleg dafür ist Buchen die Tatsache, dass Rezensenten der rechtsextremistischen PI und der Jungen Freiheit das Buch offenbar auch weniger als Roman denn als Warnung vor einer angeblich drohenden Islamisierung Deutschlands gelesen haben. Für Buchen ist der Romane ein "politisches Hasspamphlet", die Ansichten einer fiktiven mörderischen patriotischen Polizistin scheint er direkt dem Autor zuzuschreiben. Glaubhafte Figuren oder eine nachvollziehbare Handlung kann er nicht erkennen. Dass Tagesspiegel, Welt, Zeit und Hamburger Abendblatt den Roman "freundlich aufgenommen" haben, kann Buchen kaum glauben.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.06.2021

Die SZ hat Constantin Schreibers Roman dem Islamwissenschaftler und unermüdlichen Vermittler zwischen den Kulturen Stefan Weidner zur Rezension gegeben. Der Totalverriss war vorhersehbar, möchte man sagen. Schreiber, des Arabischen kundig, ist bekannt geworden mit einem Buch "Inside Islam", für das er sich in verschiedene Moscheen in Deutschland gesetzt hatte, um zu hören, was dort gepredigt wird. Erfreulich war das mancherortens nicht, aber Weidner schert sich darum nicht, "verantwortungsvolle Kritik" sieht in seinen Augen anders aus, ohne dass er uns mitteilen würde, wie. Auch an diesem Roman, der eine Satire über eine muslimische Kanzlerkandidatin zu sein scheint, lässt Weidner kein gutes Haar. Für ihn ist der Roman im Grunde "ein rechtspopulistisches Pamphlet" beziehungsweise ein "reaktionäres Manifest", das sich gegen Muslime und Linke wendet. Das Buch male ein Regime der "totalen Diversität" an die Wand. Es zeige sogar Verständnis für eine "ostdeutsche blonde Frau", die ein Attentat auf die Kanzlerkandidatin verübt. Weidner unterstellt dem Autor, heute ein Sprecher der "Tagesschau", er habe seine Meinung "nicht offen" sagen wollen und deshalb einen Roman geschrieben. Und er wirft ihm vor, seine Präsenz in den öffentlich-rechtlichen Medien für sein Buch auszuschlachten.
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