Die Arbeit stellt einen Beitrag zur Erforschung der sogenannten Literatur des Holocaust dar. Die an Motiven wie an der poetischen Form ansetzende Untersuchung einer Vielzahl bislang unbekannter Gedichte kommt zu dem Ergebnis, dass die Texte nur in ihrer Einheit von Form und Inhalt und dabei vor allem in ihrem Zeugnischarakter verstanden werden können. Aus dieser vorrangigen Zeugnisfunktion der Gedichte leitet die Autorin hermeneutische Überlegungen für den Umgang mit Lyrik aus Konzentrationslagern ab.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 17.08.2001
Brigitta Huhnke scheint tief berührt von diesem Band, nicht nur weil man viel "wertvolles historisches Wissen" über das Lagerleben in Ravensbrück erhält. Besonders stark hat sie offenbar beeindruckt, wie sehr die Frauen dort mit Gedichten, auf die die Todesstrafe stand, versucht haben, ihrer eigenen Zerstörung etwas entgegenzusetzen. Huhnke weist darauf hin, dass Jaiser hier "ein bisher kaum beachtetes Feld erschlossen" hat, und dass Gedichte wie diese bisher häufig als Lyrik "minderer ästhetischer Qualität" abgetan wurden - nicht zuletzt wegen mangelnder Vergleichsmöglichkeiten, so Huhnke. Jaiser hat die Gedichte, die von Frauen aus 15 Nationen stammen, auf "der Grundlage wortgetreuer Übersetzungen" analysiert und dabei eine hermeneutische Sicht bevorzugt, wie der Leser erfährt. Huhnke ist dabei aufgefallen, dass die "Melodie des Satzbaus" der der deutschen Sprache ähnelt, und dass die Frauen Schimpfworte und Lagerausdrücke nie in ihre eigene Sprache übersetzt hätten - um "die eigene Muttersprache nicht (zu) vergiften". Insgesamt wird nach Huhnke deutlich, wie sehr die Frauen darum gerungen haben, mit Hilfe ihrer Lyrik ihre Individualität zu bewahren.
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