Das Ziel des Rechtsextremismus ist es, mit einer menschenverachtenden Ideologie bis in die Mitte der Gesellschaft zu dringen. Dieser Kampf um die Mitte war nach 1945 für Rechtsextreme aussichtslos. Die DVU ist damit gescheitert. Auch die NPD blieb eine Partei ohne Kontakt zur Mitte. Heute aber sieht die Sache anders aus. Pegida und AfD haben geschafft, wovon DVU und NPD nur träumten. Sie dienen als Brücke zwischen dem Extremen und der Masse. Das Phänomen beschränkt sich nicht nur auf Deutschland. Auch anderen Ländern geht es ähnlich. Diese 100 Karten dienen der Aufklärung - dem Verstehen, was Rechtsextremismus im Kern ausmacht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 18.10.2024
Aufklärung reicht nicht, weiß Rezensent Arno Widmann, doch sie kann der erwünschte "Tritt in den Hintern" sein, der uns in Aktion setzt. "100 Karten über Rechtsextremismus" vom Medienunternehmen "Correctiv" ist so ein Tritt, versichert er, genau wie der Bericht des Kollektivs über jene "Remigrationspläne" von AFD-Mitgliedern et al. im Frühjahr 2024. Mit seiner Rezension zu dem gut gestalteten Band tritt Widmann nochmal hinterher, sozusagen. Die Gefahr, genauso wie Spaltung der Gesellschaft, von der wir so oft hören, geht von rechts aus und von "oben", stellt Widmann klar, nicht von links. Mit Migranten lenke die AfD nur davon ab, dass sie eine Umverteilung zugunsten der Wohlhabenden plant, lernt der Kritiker.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.10.2024
Rezensent Robert Probst erinnert nochmal an das "Geheimtreffen von Potsdam" Anfang des Jahres, infolgedessen Pläne rechtsextremer Gruppen vom Recherchekollektiv "Correctiv" aufgedeckt wurden: Jetzt haben sie einen Band mit 100 Karten vorgelegt. Die "düsteren Daten" zeigen Probst, wie verbreitet Rechtsextremisten und -terroristen sind, aber auch, wo sich Vernichtungsstätten des Holocaust befinden. In der verständlichen und "quietschbunten" Aufmachung insbesondere für Jugendliche empfehlenswert, resümiert der Kritiker, der sich lediglich ein kleines bisschen mehr System bei der Anordnung gewünscht hätte.
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