Mit einem Vorwort von Holger Pils und mit Aufsätzen von Reinhard Kiefer und Christoph Leisten. Ländlicher Weg Im Zikadenschleier gefangen / der Mittag, bebender Schweißglanz / auf den Flanken der Rinder hinter / dem elektrischen Zaun. / Durch die Lichtmaschen schuppt / etwas von meinem verbrauchten Leben, / Schemenhaftes, über den Weg / geweht. Mein letzter Fußabdruck / weit hinter mir.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.05.2021
Einem "Zugvogel auf dem Weg in sein Winterquartier" folgt Rezensent Hubert Spiegel in den späten Gedichten von Dagmar Nick - wie die 1926 geborene Autorin und Dichterin von Krankheit, schwindenden Kräften und der Sehnsucht nach einstiger Leichtigkeit schreibt, "ohne Schonung" aber auch ohne Bitterkeit, scheint den Rezensenten zu berühren, der hier auch noch einmal auf das Lebenswerk der Lyrikerin zurückblickt: Seit ihrem 1947 erschienenen Debüt "Märtyrer", das sie den Opfern der Konzentrationslager widmete, wurden ihre Gedichte in zahlreiche Anthologien aufgenommen und sie selbst schnell zu einer der wichtigsten deutschen Lyrikerinnen neben Nelly Sachs, Hilde Domin oder Ingeborg Bachmann, rekapituliert Spiegel. Nach ihren Werken zur Mythologie, zu ihren Reisen oder zum jüdischen Leben in ihrer Geburtsstadt Breslau blickt Nick in diesem Gedichtband nun dem Lebensende entgegen, mit einem besonderen "Beharrungswillen" und dem Herzen im Mittelpunkt, analysiert Spiegel: als vertrauter Wegbegleiter und als der "unzuverlässige Muskel der Erkenntnis".
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