Seit Marc Bloch und Ernst Kantorowicz ist vieles über die religiöse Legitimierung politischer Gewalt geschrieben worden, doch die Geschichte der Entscheidungsfindung ist von diesem Trend weitgehend unberührt geblieben. Wie aber lassen sich Einflüsse religiöser Vorstellungen auf die Politik untersuchen? Dieses Buch analysiert die Einflussnahme der Katholischen Reform auf das politische Kalkül in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Es behandelt den Widerstand gegen die antispanische Kriegspolitik in Frankreich, die bayerische Politik im Dreißigjährigen Krieg und das Scheitern der polnischen Monarchie im 17. Jahrhundert. Damien Tricoire eröffnet mit diesem Buch neue Sichtweisen auf die Verbindung von Politik und Religion in der Vormoderne.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.05.2013
Interessante These, findet Rudolf Schlögl angesichts von Damien Tricoires Versuch, im Vergleich von Polen-Litauen, Bayern und Frankreich die katholische Reform und die Neugestaltung des Verhältnisses von Politik und Religion am Beispiel des Marienpatronats zu untersuchen. Dass die Herrscher des 16. und 17. Jahrhunderts Gottes Gebote zum Massstab ihres Handelns machten, vermag der Autor dem Rezensenten allerdings nur um den Preis einer Verengung des Blickwinkels auf politische Entscheidungspraxis zu belegen. Methodisch fragwürdig erscheint Schlögl zudem der Umstand, dass der Autor nicht unterscheidet zwischen seinem eigenen und dem historischen Standpunkt.
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