Daniel Lenz, Eric Pütz

LebensBeschreibungen

Zwanzig Gespräche mit Schriftstellern
Cover: LebensBeschreibungen
Edition Text und Kritik, München 2000
ISBN 9783883776576
Broschiert, 266 Seiten, 21,47 EUR

Klappentext

"Was verbindet, was trennt die Schriftstellergenerationen?" 20 deutschsprachige Autorinnen und Autoren sehr unterschiedlichen Alters äußern sich in außergewöhnlichen Gesprächen zum Zusammenhang von Leben und Schreiben, von individueller Biografie und literarischem Werk: Marcel Beyer, Robert Gernhardt, Peter Härtling, Judith Hermann, Thomas Hettche, Felicitas Hoppe, Thomas Hürlimann, Zoë Jenny, Thomas Kling, Uwe Kolbe, Katja Lange-Müller, Thomas Meinecke, Adolf Muschg, Matthias Politycki, Gerhard Roth, Burkhard Spinnen, Uwe Timm, Martin Walser, Dieter Wellershoff und Urs Widmer.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.02.2001

Zunächst einmal würdigt die kundige Rezensentin Silvia Henke die beiden jungen Germanisten Daniel Lenz und Eric Pütz dafür, in ihren Autorengesprächen Schriftstellerpositionen im Spannungsfeld von Leben, Schreiben und Literaturbetrieb zur Sprache zu bringen. Die umsichtige Fragetechnik und die sachliche, entspannte und differenzierte Gesprächsführung der Herausgeber zeugten von großer Sorgfalt und profunder Kenntnis. Schade nur, dass sie lediglich vier Autorinnen befragt und damit ein ausgesprochen unangemessenes Geschlechterverhältnis geschaffen hätten, findet die Rezensentin. Schade auch, dass alle Autoren eigentlich keine Position beziehen, sich nur sich selbst verpflichtet fühlen und so gar keine Kritik am Literaturbetrieb äußern, führt Henke aus. Hier hält sie die Auswahl schlicht für einseitig. Interessant hätte sie es gefunden, Schriftsteller zu interviewen, die weniger optimistisch in ihre Zukunft blicken und aus lauter Enttäuschung über den Literaturbetrieb ihre Bücher gar nicht mehr oder besser im Eigenverlag herausbringen. Oder solche, die zwar im deutschsprachigen Raum veröffentlichen, aber - aus anderen Kulturkreisen stammend - andere Perspektiven entwickeln. Am deutlichsten stört die Rezensentin aber das Genre Autorengespräch selbst. Die Interviews seien so sorgfältig vor- und nachbereitet, dass die begradigten und stimmigen Skripte weder zum Werk noch zur Person der Autoren führen würden. Die meisten Gespräche seien unpersönlicher als mancher Prosatext der Befragten. Da empfiehlt es sich, doch besser die Werke als die Gespräche zu lesen, resümiert die Rezensentin.
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