Ungleichzeitigkeit und europäisches Verfassungsrecht
Die Einbettung der verstärkten Zusammenarbeit, des Schengener Rechts und anderer Formen von Ungleichzeitigkeit in den einheitlichen rechtlichen instiutionellen Rahmen der Europäischen Union.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.05.2005
Als "kluge und originelle Studie" würdigt Rezensentin Alexandra Kemmerer diese Dissertation über "Ungleichzeitigkeit und europäisches Verfassungsrecht", die Daniel Thym vorgelegt hat. Thym eröffne "durch die Brille des Temporalen" neue Blicke auf die Grundprinzipien der europäischen Rechtsordnung. Zudem erfahre man, wie sich aktuell diskutierte "Exitstrategien" einfügen in den rechtlichen Rahmen der europäischen Verträge, die ihrem Wesen nach schon heute als Verfassung zu qualifizieren sind. Zwar sieht sie bei Thym im Detail kleine Schwächen. Aber sie hebt hervor, dass er mit seiner temporalen Kategorisierung auch spannende Perspektiven eröffnet. "Anschaulich" belege Thym, dass die Verfassungsdebatte für die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Realitäten des Rechts und der Politik in der EU wichtige Impulse gegeben hat. "Ernüchternd" findet Kemmerer dabei nur, dass es nicht gelungen sei, "diese Zeitzeichen in eine weitere Öffentlichkeit hinein zu vermitteln, eine Debatte unter den Unionsbürgern anzustoßen".
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