Die Europäische Union ist, angefangen mit der Finanz- und Staatsschuldenkrise, mit der Bewältigung tiefgreifender Krisen beschäftigt, deren Ursachen teils in ihr selbst, in ihrer Politik oder in politischen Entwicklungen ihrer Mitgliedstaaten liegen, teils aber auch außerhalb zu verorten sind, wie es bei den Migrationsbewegungen der Fall ist. Der Sammelband widmet sich vor diesem Hintergrund außenpolitischen Fragen zu und untersucht die Kompetenzen und Instrumente der EU sowie die Praxis und die Grenzen des außenpolitischen Handelns der EU. Die Autoren wenden sich dabei den einzelnen Politikfeldern der Asylpolitik, der Nachbarschaftspolitik, der Verteidigungspolitik, der Handelspolitik und der Investitionsschiedsgerichtsbarkeit zu. Analysiert werden soll damit auch das Potential der EU, sich über auswärtiges Handeln neu zu erfinden. Zugleich will der Band einen Beitrag zu einer Diskussion darüber leisten, ob die Union auch in ihrem auswärtigen Handeln widerspruchsfrei ihren eigenen Verfassungsprinzipien folgt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 03.07.2018
Marian Nebelin regt der von Stefan Kadelbach herausgegebene Band zum Weiterdenken an. Etwa wenn Kirsten Schmalenbach in einem Beitrag die Praxis der Demokratie und Menschenrechte als Verfasssungsprinzipien der EU in den Blick nimmt. Andere Problembereiche, die die Krise der EU als Krise ihrer Außenbeziehungen fassen, Asylpolitik, Außenhandelspolitik, Sicherheitspolitik, werden historisch grundiert angegangen, erklärt Nebelin die Bedeutung des Bandes. Die so gewonnene Tiefenschärfe lässt die Beiträge laut Rezensent über die Tagespolitik hinausweisen. Dass Brexit, Trump und Türkeiputsch nicht mehr aufgenommen wurden, kann er verschmerzen, den "Gutachtenstil" der Texte schon weniger. Wer diese sprachliche Hürde meistert, so Nebelin, wird mit einem nüchternen Blick ins Zentrum der Krise der EU belohnt.
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