Das islamische Totenbuch

Jenseitsvorstellungen des Islam. Nach der Dresdner und Leipziger Handschrift
Cover: Das islamische Totenbuch
Lübbe Verlagsgruppe, Bergisch-Gladbach 2002
ISBN 9783785720790
Gebunden, 284 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Neu herausgegeben von Helmut Werner. Das vorliegende alte Glaubensdokument beschreibt die Jenseitsvorstellungen des Islam. Wir kennen solche Texte von den Tibetern und Ägyptern als die berühmten "Totenbücher". In einer sehr bilderreichen Sprache beschreiben sie, was die Seele beim Tod, in der Zeit danach, in der Hölle und im Paradies - im Jenseits - erlebt. Von dem arabischen Text sind nur zwei Handschriften überliefert. Eine deutsche Übersetzung fertigte der Rabbiner Maurice Wolff im Jahr 1872 an, die Helmut Werner hier neu herausgibt. Seit dem 19. Jahrhundert war diese wichtige Schrift, die die Jenseitsvorstellungen aus verschiedenen islamischen Quellen zusammenstellt, nicht mehr zugänglich. Eine umfangreiche Einleitung und zahlreiche Erläuterungen öffnen die noch ungewohnte Welt des islamischen Glaubens - und der Leser wird überrascht erkennen, wie sehr sich die islamischen Jenseitsvorstellungen aus denselben Quellen speisen wie die christliche und die jüdische Lehre.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 12.09.2002

Stefan Weidner empfiehlt jedem, der sich aus erster Hand über den Islam informieren will - und sich vielleicht schon erfolglos mit dem Koran geplagt hat - lieber das "Totenbuch" zu lesen: Hier werden zentrale islamische Vorstellungen gebündelt und dazu noch schöne Geschichten erzählt. Sogar amüsant findet der Rezensent dieses Buch über die Jenseitsvorstellungen des Islam, obwohl die dazu von ihm gelieferten Zitate den Uneingeweihten nicht ganz überzeugen können. Jedenfalls lobt Weidner diese Neuedition sehr und ist zudem angetan von dem, wie er findet, zwar "biederen", aber kenntnisreichen Kommentar. Ein "Baedeker für das islamische Jenseits", befindet er. Die Sache selbst, also den Tod und die Bilder, die der Islam von ihm hat, stellt er in seiner Besprechung in einen kultur- bzw. religionskritischen Zusammenhang und weist nachdrücklich darauf hin, dass diese Variante der menschlichen Notwendigkeit, "den Tod kulturell zu bändigen", auch für ungläubige Leser von hohem ästhetischen Reiz ist.
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