Kann der Islam liberal sein? Und kann man als liberaler Muslim wirklich gläubig sein? Tatsächlich sind liberale Muslim*innen häufig mit der Annahme konfrontiert: muslimisch und liberal, das geht doch überhaupt nicht. Den Gegenbeweis dafür treten die namhaften Beiträger*innen in diesem Buch an und stehen für eine Versachlichung der aufgeheizten Islamdebatte ein. Sie nehmen eine Neubetrachtung des Korans und anderer islamischer Quellen vor dem Hintergrund gesellschaftspolitischer, aber auch alltagsnaher Themen vor, und stellen klar, wie ein zeitgemäßes Verständnis des Glaubens lebbar wird.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.07.2020
Freundlich nimmt der Islamwissenschaftler Alexander Flores dieses Buch auf, in dem zwanzig Autoren unter der Ägide von Lamya Kaddor versuchen, einen liberalen Islam zu begründen. Ihre Position stellt er als wohltuende Alternative zu einem fanatischen Islam einerseits und einer grundsätzlich islamkritischen Position dar, die beide einen rigiden Begriff des Islams pflegten - als gäbe es nicht auch gute Gründe für eine differenzierte Religionskritik. Mit Wohlwollen betrachtet Flores Ansätze, die missliche - also etwa frauen- oder judenfeindliche - Koranstellen als "umständebedingt" aussortiert, um sich so auf einen purifizierten und menschenfreundlichen Koran beziehen zu können. Allerdings wendet auch Flores ein, dass ein liberaler Islam sich nicht allein aus den Koran ableiten kann. Auch den Blick auf die Realität der Muslime, den der Band pflegt, begrüßt der Autor: Er zeige, wie sich der Islam in der Praxis mildere und auch gesellschaftlich zu modernisieren suche. Allenfalls vermisst der Autor historische Bezüge auf einen Islam, der nicht erst seit 2010 begonnen habe, sich in Frage zu stellen.
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