Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2026
ISBN
9783462055689 Gebunden, 496 Seiten, 25,00
EUR
Klappentext
Aus dem Englischen von Andrea O'Brien. Als Cricket herausfindet, dass er zeichnen kann, ist es Olympia, die sein Talent entfesselt. Mit einer ersten gemeinsamen Mutprobe beginnt eine lebenslange Verbindung, die alles überdauert: Kunsthochschulen, den absurden Hype des globalen Kunstmarkts, Kriege, Triumphe und tragische Verluste. Während Cricket in Olympia seine Bestimmung sieht, sucht sie stets nach dem nächsten Horizont - und dem nächsten Liebhaber. Doch in einer Welt voller Scharlatane und vergänglicher Trends bleiben sie die einzige Konstante des jeweils anderen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 09.07.2026
Ein Dave-Eggers-Roman, ganz ohne digitale Geräte: Das neue Buch des Bestsellerautors ist laut Rezensentin Miriam Zeh ein geradezu altmodischer Künstlerroman und so mehr oder weniger das Gegenprogramm zu Eggers Tech-Dystopien. Im Zentrum steht der Maler Cricket, ein gutmütiger Typ, der im Mittleren Westen in ärmlichen Verhältnissen aufwächst. Die Figur an seiner Seite ist Olympia, Crickets Förderin und zeitweise Geliebte, mit der sich der Künstler aufmacht in die internationale Welt der Galerien. Eggers habe kein Buch über einen Starkünstler geschrieben, wichtiger sei dem Autor vielmehr die Darstellung der künstlerischen Arbeit selbst, die als ein "Akt geduldiger Erkenntnis" dargestellt wird. Eggers orientiert sich an Oppositionen wie "Handwerk und Konzept, Beobachtung und Selbstdarstellung" oder auch "Kunst und Markt", lesen wir, ohne Partei zu ergreifen. Der Kritiker macht zwar erzählerische Längen aus, das passt aber auch irgendwie zum Gestus des Romans, der sich bewusst Zeit für seine Handlung lassen will. Zeh hat einige Freude an diesem "geduldigen" Roman über "Kunst als Schule der Aufmerksamkeit".
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