Zweisprachige Textausgabe deutsch/englisch. Aus dem Amerikanischen von Ulrich Blumenbach. Eine frühe Erzählung von David Foster Wallace, erstmals 1984 in The Amherst Review, einer literarischen Studentenzeitschrift, erschienen. Mit erschreckender Offenheit und Formulierungen, die später in seinen Romanen und Erzählungen Eingang finden werden, erzählt der damals 22-jährige David Foster Wallace über einen Studenten, der an Depressionen erkrankt ist. Die starken Medikamente haben ihn auf einen anderen Planeten geschossen, doch scheint ein Leben dort immer noch das kleinere Übel - einen Weg zurück auf die Erde wird es niemals geben. David Foster Wallace kämpfte zeitlebens mit Depressionen und suchte nach Bildern, um zu beschreiben, was ihn quält.
Schon in seiner frühen Erzählung "Der Planet Trillaphon im Verhältnis zur Üblen Sache" bewies David Foster Wallace sein eigentümliches Verständnis für die Depression, berichtet Hubert Winkels. In der Geschichte wird ein Antidepressivum auf den Markt gebracht, das die Patienten in glückliche, weit entfernte Sphären entrückt, was eine scheinbare Lösung des Problems bewirkt, fasst der Rezensent zusammen. Obwohl die Geschichte formal ziemlich einfach gehalten ist und in einem saloppen Salinger-Ton daherkommt, wird auch hier schon das Bild des alles verschlingenden schwarzen Loches heraufbeschworen, dass noch die unendliche Reflexion der Krankheit mit in sie einbezieht, bis zur letztendlichen Auflösung oder Suspension im Paradox, erklärt Winkels. Am Ende ist nicht einmal klar, ob die scheinbare Lösung nicht vielleicht doch ausreicht, weil der unendliche Spaß auch den unendlichen Aufschub ermöglicht, so der Rezensent.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.04.2015
Christopher Schmidt lernt viel über das aktuelle Thema Depression aus dieser frühen, nun ertsmals auf Deutsch zu lesenden Erzählung von David Foster Wallace. Wie die Krankheit das Ich zerstört, sodass der Selbstmord nur noch eine Formsache ist, wie der Leidende die Rhetorik seines Umfelds ironisiert und dem Erzähler (und dem Autor) schließlich nur noch die Wahl bleibt zwischen der Fremdbestimmung durch die Krankheit oder der durch die Medikation, erfährt Schmidt hier. Dass der Text vergleichsweise schmucklos daherkommt, ist da für ihn zweitrangig.
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