Viele von uns sehen in Mördern krankhafte Außenseiter oder abgebrühte Kriminelle. Doch der renommierte Evolutionspsychologe David Buss hat beunruhigende Nachrichten: Die meisten Morde werden von ganz normalen Menschen begangen. Und der Impuls zu töten stellt keineswegs eine Abnormität dar - er ist vielmehr evolutionär im menschlichen Gehirn verankert und wartet nur auf Auslöser, die uns erstaunlich vertraut sind. Der Mörder in uns fußt auf einem jahrelangen Studium von Kriminalarchiven und auf Untersuchungen in der ganzen Welt. Es ist gespickt mit fesselnden, oft erschütternden Berichten über typische Mordfälle und gewährt schockierende und erhellende Einsichten in die Untiefen der menschlichen Seele. Das faszinierende Buch stellt letztlich unser aller Selbstbild radikal infrage.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.12.2007
Durchaus erhellend findet Rezensent Hans-Ludwig Kröber dieses Buch des Soziobiologen David M. Buss. Der Grund-These des Autors, Morden sei evolutionsbiologisch sinnvoll gewesen, weil es sonst nicht so verbreitet wäre, will er nicht offen widersprechen, schließlich treibt Buss erheblichen Aufwand, um sie zu belegen. Allerdings geht es ihm irgendwann auf die Nerven, dass der Autor trotz der Vielzahl an relevanten Motiven fürs Töten immer wieder auf die Punkte Paarungsvorteil und Fortpflanzung zurück kommt. Fast beeindruckt scheint Kröber von der Unbekümmertheit um moralische Bedenken und politische Korrektheit, mit der der Autor verschiedene Tötungsdelikte (Tötung der Frau, des eigenen Kindes, von Vater oder Mutter, des Rivalen) auf ihren rationalen, vernünftigen Kern hin untersucht. Für überaus plausibel hält er jedenfalls Buss' Nachweis, dass zahlreiche der klassischen Tötungsdelikte "nachvollziehbar normalpsychologisch motiviert" sind.
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