Thomas führt ein völlig normales Leben, bis er den Menschen findet, der seine Welt ins Schwanken bringt. Von ihm fühlt er sich das erste Mal wirklich erkannt und angenommen, er ist angekommen. Mit ihm zusammen scheint nichts unmöglich. Plötzlich steht ihm die Welt offen. Bis ein Abend wieder alles unerwartet verändert. Aus dem Nichts heraus.
Christian Kracht liest das Protokoll einer Verführung, und zwar David Schalkos Roman über einen Mann, der einem politischen Führer allein wegen seiner Aura verfällt: für Alexander Cammann ist daraus eine "psychedelische" Seance geworden, die ihn in Hochstimmung versetzt hat. Das hat für den Kritiker im Wesentlichen mit Krachts "somnambuler" Stimme zu tun, eine androgyne Mischung aus Ingeborg Bachmann und Christa Wolf, wie er schreibt. In Kombination mit dieser "urkomischen Satire" auf die "sexualisierte Körperlichkeit des political animal" wirkt diese Stimme doppelt suggestiv auf ihn, kriecht die Geschichte durch sie in ihn hinein, fühlt er sich beim Hören von Kracht auch noch ständig angeschaut und nach der eigenen Verführbarkeit gefragt.
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