Aus dem Englischen von Katja Klier. Als Emma, die mit ihrem glamourösen Auftreten und ihrer außergewöhnlichen Schönheit Aufsehen erregte, den charismatischen Rebellenführer Riek Machar trifft, ist es Liebe auf den ersten Blick. Doch schon bald wird die weiße Frau an der Seite des schwarzen Mannes für einen Krieg innerhalb der Rebellentruppen verantwortlich gemacht, der als "Emma's War" in die Geschichte des Landes eingeht. Sie stirbt, im vierten Monat schwanger, im Alter von 29 Jahren bei einem Verkehrsunfall, dessen Umstände bis heute im dunkeln liegen. Emma war in Indien als Tochter reicher britischer Eltern geboren worden, hatte in Oxford studiert und ging schließlich für ein UNICEF-Projekt in den Sudan, wo sie sich bald die Zuneigung der Bevölkerung erwarb. In einfachsten Verhältnissen lebend, gelang es ihr mit unglaublicher Hartnäckigkeit, 110 Schulen zu gründen, Hunger und Seuchen zu bekämpfen.
Ausgesprochen begeistert ist Rezensentin Ursula März von Deborah Scroggins Buch über die britische Idealistin Emma McCune, die es als humanitäre Heldin im bürgerkriegsgeschüttelten Sudan zu einiger Prominenz brachte, bis sie 1993 im Alter von 29 Jahren tödlich verunglückte. Wer sich jedoch "sentimentalen Lesestoff" aus der "Mottenkiste des Exotismus" verspreche, werde enttäuscht. Das Faszinierende an dem Buch besteht für März gerade darin, dass die amerikanische Journalistin darin differenziert das Ambivalente aller westlichen humanitären Hilfe beschreibt, die im Fall von McCune mitunter fast schon obszön der Inszenierung des eigenen Egos gedient habe. Ohne McCunes Verdienste, beispielsweise im Kampf gegen die Rekrutierung von Kindersoldaten, zu schmälern, liefere Scroggins außerdem eine umfasssend recherchierte "überaus kenntnisreiche historische Darstellung" der kaum überblickbaren politischen Verhältnisse und Kriegswirren im Sudan und McCunes Rolle darin. Auch beeindruckt sie die Rezensentin mit einem kühlen Blick zu "jener Selbsterhitzung des Idealismus", die sie als eng verwandt mit "kopfloser Selbstverherrlichung" beschreibe. Nur der deutsche Titel des im Orginal "Emma?s War" überschriebenen Buchs ärgert die Rezensentin, weil das für sie aus dem verdienstvollen Werk eine Mogelpackung macht, die nur zu offensichtlich auf den Erfolg von klischeehafter Populärliteratur wie "Die weiße Massai" schielt.
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