Deirdre Bair

C.G. Jung

Eine Biografie
Cover: C.G. Jung
Albrecht Knaus Verlag, München 2005
ISBN 9783813502428
Gebunden, 1168 Seiten, 49,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Michael Müller. Selbstverliebter Egoist, Familientyrann, Frauenheld mit peinlichen Manieren und kindischen Ausbrüchen - an keiner Person in der Geschichte der modernen Seelenkunde scheiden sich die Geister wie an dem Schweizer C.G. Jung; keiner provozierte in gleichem Maße Hass und Bewunderung wie diese Ikone der Psychoanalyse. "Ich bin, wie ich bin", mit diesen Worten beschreibt Deirdre Bair das Selbstbild von C.G. Jung. Sie folgt den Lebensspuren jenes Mannes, der mit Begriffen wie "Anima" und "Animus", "Archetypus", "kollektives Unbewusstes" oder "Komplex" das heutige Bild von der menschlichen Seele geprägt hat. Deirdre Bair verbindet die faszinierende Entwicklung des Therapeuten und großen Gegenspielers von Freud mit seinem privaten Leben: seine angebliche Menage a trois mit Ehefrau Emma und der Geliebten Toni Wolff, die schwierige Beziehung zu seinen Kindern, sein gebrochenes Verhältnis zu gesellschaftlicher Konformität, seine ungebrochene Kindlichkeit.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 23.11.2005

Alles in allem ist Ludger Lütkehaus mit dieser Biografie des Psychoanalytikers C. G. Jung von Deirdre Blair, die bereits Lebensbeschreibungen von Simone de Beauvoir und Samuel Beckett verfasst hat, sehr zufrieden. Er lobt dieses "differenzierte, bei aller "Detailversessenheit spannende" Porträt und betont, wie "gründlich" die Autorin "recherchiert" hat. Dass sie dabei im berühmten Konflikt C. G. Jungs mit Siegmund Freud stets die Partei ihres Protagonisten ergreift, findet Verständnis beim Rezensenten, auch wenn er nicht immer mit ihr übereinstimmt und findet, dass Blair Freud allzu einseitig als negative Figur zeichnet. Den Charakter Jungs dagegen sieht er sehr "plastisch" vor Augen geführt und er lobt, dass die Autorin ihn mit all seinen negativen und positiven Facetten darzustellen weiß. So "kehrt" sie beispielsweise seine Verstrickung mit der "NS-Psychoanalyse" keineswegs "unter den Teppich", so der Rezensent anerkennend, wenn er auch der Meinung ist, dass manches weniger der vermeintlichen "Naivität" des Porträtierten anzulasten ist als "substanziellen Affinitäten" von Jungs Ideen zur Rassenideologie. Weniger gelungen ist nach Ansicht Lütkehaus' die Untersuchung des Werks des Psychoanalytikers und er meint bedauernd, dass der Einfluss, den Episoden seiner Lebensgeschichte auf wissenschaftliche Überzeugungen Jungs gehabt hätten in dieser Biografie "zu kurz" kommen.

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