Elke Mühlleitner

Ich - Fenichel

Das Leben eines Psychoanalytikers im 20. Jahrhundert
Cover: Ich - Fenichel
Paul Zsolnay Verlag, Wien 2008
ISBN 9783552054295
Gebunden, 448 Seiten, 25,90 EUR

Klappentext

Der aus einer assimilierten jüdischen Familie stammende Psychoanalytiker Otto Fenichel war ein Wanderer auf der Suche nach sich selbst und der Funktionsweise der menschlichen Seele. An seiner Biographie, die ihn von Wien über Berlin, Oslo und Prag bis nach Los Angeles führte, wird exemplarisch das Schicksal seiner Generation deutlich. Otto Fenichel (1897 bis 1946) war ein lebensfroher Melancholiker, ein Frauenfreund und ein grandioser Vermittler und Pädagoge. Mit Wilhelm Reich, seinem Freund und späteren Gegner, war er Exponent einer politisch engagierten Variante der Psychoanalyse. Er hatte wesentlichen Anteil daran, die Lehre von Sigmund Freud vor der Zersplitterung in rivalisierende Zirkel zu bewahren und später in den USA weiterzuentwickeln. Ein wichtiger Beitrag zur Geschichte der Psychoanalyse.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 19.02.2009

Offensichtlich mit Gewinn hat Rezensent Bernd Nitzschke diese Biografie über den österreichischen Psychoanalytiker gelesen. Doch schreibt er wenig über das Buch selbst, sondern lässt sich eher von der darin geschilderten Lebensgeschichte eines leidenschaftlichen Sammlers und ”Womanizers” fesseln, die er mit viel Empathie zusammenfasst. Lediglich das freudianische Credo der Biografin Elke Mühlleitner wird hervorgehoben, dass nämlich biografische Wahrheit nicht zu haben sei und dennoch ”eine Art von Wahrheit” immer möglich sei, was der Rezensent durch seine dem Buch entnommene Darstellung des Analytikerlebens zu beglaubigen scheint.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 18.11.2008

Zufrieden scheint Ludger Lütkehaus mit Elke Mühlleitners Biografie über den Psychoanalytiker Otto Fenichel. Er beschreibt Fenichel als großen Organisator, Koordinator und orthodoxen Analytiker, der sich trotz seiner Loyalität gegenüber Freud um die Integration von Marxismus und Freudianismus bemüht hat. Die Arbeit Mühlleitners schätzt Lütkehaus als überaus detailliert, nur den Titel des Werks "Ich - Fenichel" findet er zu narzisstisch. Er bescheinigt der Autorin, Fenichels Leben und Werk ausführlich nachzuzeichnen - ohne dabei die Widersprüche zu unterschlagen. Allerdings hätte er sich bisweilen "schärfere Konturen" gewünscht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 20.10.2008

Sehr beeindruckt ist Rezensent Oliver Pfohlmann von dieser Biografie des Psychoanalytikers Otto Fenichel. Diesen beschreibt uns Pfohlmann als einen der schillerndsten Vertreter der zweiten Generation, dessen Bedeutung für "Linksfreudianismus" erst seit 1999 richtig eingeschätzt werden könne, seit seine "Geheimen Rundbriefe" veröffentlicht wurden. Die Herausgeberin dieser Briefe, Elke Mühlleitner, hat nun auch diese Biografie geschrieben und dies, wie Pfohlmann versichert, sehr elegant. Auch als klug strukturiert und "vorbildlich methodisch reflektiert" kann er sie loben.

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