Die Ehrungsinitiative des Berliner Senats 1958 bis 1966: Im Jahr 1958 rief der damalige Westberliner Innensenator Joachim Lipschitz eine Initiative ins Leben, in deren Verlauf bis 1966 insgesamt 760 Menschen vom Berliner Senat geehrt und bei Bedürftigkeit finanziell unterstützt wurden, weil sie während der NS-Zeit Verfolgte, in den meisten Fällen Jüdinnen und Juden, unterstützt, versteckt und verpflegt hatten. Die Ehrungen waren die erste öffentliche Würdigung für diesen Personenkreis, der sonst in der Erinnerungskultur der Nachkriegszeit nicht vorkam. Dennis Riffel untersucht das Zustandekommen, die administrative Umsetzung und die öffentliche Darstellung der Ehrungsinitiative "Unbesungene Helden". Er zeigt, welche politischen Ziele mit dieser Initiative verbunden waren, nach welchen Kriterien über die Ehrungswürdigkeit entschieden wurde, welche Probleme sich dabei ergaben und wie die Initiative aus Sicht der Geehrten und Nichtgeehrten betrachtet wurde.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 21.03.2007
Zwischen 1956 und 1966 seien in Berlin 760 Personen geehrt worden, die verfolgten Juden in der Nazizeit geholfen hätten. Der Autor Dennis Riffel habe Einsicht in alle Unterlagen gehabt und so ein umfassendes und quellennahes Bild dieser Initiative des Berliner Senats vorlegen können. Besonders anschaulich und aufschlussreich findet Rezensent Wolfram Wette die Beschreibungen der öffentlichen Veranstaltungen, an denen neben Vertretern der Jüdischen Gemeinde und der Verfolgtenverbände manchmal auch die Bürgermeister Berlins teilgenommen hätten. Allerdings sei das eigentliche Ziel des Initiators Joachim Lipschitz, eine breite Medienwirkung zu erzielen, nicht erreicht worden. Zudem hätte keines der andern Bundesländer die Berliner Idee übernommen. Wahrscheinlich, mutmaße der Autor, weil man im Nachkriegsdeutschland nicht mit der peinlichen Möglichkeit von Handlungsspielräumen auch in der Diktatur erinnert werden wollte. Der Berliner Senator und Sozialdemokrat Joachim Lipschitz, gibt der Rezensent eine wichtige Hintergrundinformation, sei zu seiner Initiative durch das 1957 erschienene Buch des jüdischen Journalisten Kurt R. Grossmann, "Die unbesungenen Helden", inspiriert worden.
Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…