Herausgegeben von Ingrid Bauz, Sigrid Brüggemann und Rolan Maier. Anhand einer Reihe von exemplarischen Schlaglichtern wird der Behördenalltag der Württembergischen Politischen Polizei beziehungsweise Gestapo ebenso erhellt wie die Verbrechen und der blutige Terror. Ausgangspunkt der Untersuchung ist die Stapoleitstelle Stuttgart. Von hier aus werden die Verbindungen in die Fläche zu den zahlreichen über Württemberg und Hohenzollern verteilten Außenstellen der Politischen Polizei sowie zu den Haftanstalten und Arbeitserziehungslagern beschrieben. Einbezogen wird die Zusammenarbeit mit den anderen Polizeisparten, den Bürgermeistern, Landräten und weiteren Behörden (Finanz- und Arbeitsämtern). Die Arbeitsweise der Gestapo wird beispielhaft an der Verfolgung der politischen Gegner, von Geistlichen, Homosexuellen, sogenannten "Asozialen" und jüdischen Menschen nachgezeichnet. Die Überwachung und Bespitzelung der Bevölkerung ist ebenso Thema, wie die der ausländischen Zwangarbeiterinnen und Zwangsarbeiter während des Krieges.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.07.2013
Als beeindruckendes Beispiel bürgerlichen Engagements bezeichnet Thomas Schnabel diesen unter anderem von Mitgliedern der Bürgerinitiative gegen den Abriss des Hotels Silber in Stuttgart herausgegebenen Band über die Gestapo in Württemberg. Wie der "normale" Terror regional organisiert und exekutiert wurde, erfährt der Rezensent dank der beachtlichen Recherchearbeit der Autoren, wenngleich, wie er einräumt, in der Dokumentation nicht immer frei von ideologischen Schablonen. Das Wissen über die Gestapo, namentlich deren Struktur, Arbeitsweise und Personal sowie ihre Opfer, vergrößert der Band allemal, schreibt Schnabel. Auch kann er den individuellen Spielraum der Gestapo-Mitarbeiter nun besser einschätzen.
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