Bearbeitet von Bettina Martin-Weber. Nach der Wiederherstellung der traditionellen Sozialversicherung in der Nachkriegszeit wurde vor allem die Unübersichtlichkeit des Leistungsrechts beklagt und eine Sozialreform zu seiner Vereinheitlichung gefordert. Selbsthilfe und Eigenverantwortung sollten sozialpolitische Leitmotive in einer prosperierenden Wirtschaft sein. Die von Adenauer in der Regierungserklärung 1953 angekündigte umfassende Sozialreform reduzierte sich letztlich auf eine Reform der Alterssicherung, die mit der Einführung der dynamischen, den Lebensstandard sichernden Altersrente jedoch zu den bedeutendsten Sozialgesetzen der Ära Adenauer gehörte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.07.2000
Udo Wengst hat dieses Buch offenbar mit großem Gewinn gelesen, weil sich seiner Ansicht nach hier der Prozess der von Adenauer angestrebten Sozialreform und das Ringen um eine Rentenreform detailliert nachvollziehen lässt. Dabei zeigt sich, wie der Rezensent feststellt, nicht nur, welche Möglichkeiten Adenauer sah, den Staat innen- und außenpolitisch zu modernisieren, sondern auch welche Konsequenzen er aus den Geschehnissen in der Weimarer Republik für das Rentensystem gezogen hat. Nicht zuletzt sieht Wengst die Widerstände, mit denen Adenauer zu kämpfen hatte, gut dokumentiert, und auch seine wahltaktischen Überlegungen, die bei der Debatte um eine Reform der Alterssicherung eine erhebliche Rolle spielten. Abgerundet wird der Band durch "eine informative Einleitung, eine insgesamt überzeugende, nicht ausufernde Kommentierung und die notwendigen Indizes", so Wengst anerkennend.
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