Aus dem Italienischen von Jenny Perelli. Diego Fusaro veranschaulicht, wie sehr die gängige Ideologie heute darum bemüht ist, Marx in "entkoffeinierter" Form - also ohne sein antikapitalistisches Pathos und ohne seine revolutionäre Natur - vorzeigbar zu machen. Marx' politische Ausdruckskraft bleibt aber im Kern stets oppositionell und umstürzlerisch. In seinem neuen und radikalen Buch untersucht Diego Fusaro die aktuelle neoliberale Welt durch die Brille von Marx. Er liefert damit einen neuen Schlüssel zum Verständnis des "Kapitals" und eine Begründung dafür, warum das Werk als ein Klassiker der Philosophie und ein Meisterwerk des deutschen Idealismus verstanden werden kann, ja muss.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.04.2018
Barbara Kirchner findet Diego Fusaros Marx-Buch albern. So etwas kann auch nur ein Linker verzapfen, meint sie, und mokiert sich über verkrampfte Syntax und Humorlosigkeit. Anders Marx. Den hält Kirchner noch immer für witziger und vor allem schlagkräftiger als den Autor. Fusaros Buch aber erscheint ihr wie ein zahnloser Tiger. Lauter "Konsens-Allerweltszeug" gegen das böse Kapital und ein Weltverbesserungsrezept (eine Art hermeneutischer, schwacher Kommunismus), über das die Rezensentin nur lachen kann.
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