Der Theoretiker und Stadtplaner Dieter Hoffmann-Axthelm beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit dem bürgerlichen Wohnungsbau in Berlin. In diesem Band bringt Hoffmann-Axthelm 800 Jahre Stadtgeschichte kenntnisreich auf den Punkt. Fotos und Grundrisse erläutern den umfangreichen Text. Der Theorie-Band zur aktuellen Architekturdebatte über den Bautypus des Stadthauses.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.08.2011
Dieter Hoffmann-Axthelm, den der Rezensent Michael Mönninger als Autor der Studie "Die dritte Stadt" kennt und schätzt, hat hier eine umfassende Geschichte Berliner Wohnarchitektur, Wohnkultur und Wohnpolitik vorgelegt, so Mönninger. Die sehr ausführliche Rezension dieser Geschichte begnügt sich allerdings über weite Teile mit einer Nacherzählung derselben; leider ohne ein deutliches Urteil über das Buch erkennen zu lassen. So beschreibt der Rezensent Hoffmann-Axthelms Konzeption der Typologie, die diesem als Leitfaden diene, zwar als "Leistungsform sozialen Gebrauchs", worin sie sich vom gängigen architektonischen Typologieverständnis abhebe. Was jedoch letztlich davon zu halten sei, behält Mönninger für sich. Dass der Rezensent bei allem Interesse für das Projekt nicht jede Einsicht des Autors nachvollziehen kann, lässt sich allenfalls erahnen, wenn er resümierend schreibt, dass Hoffmann-Axthelm "die Schönheit seiner Stadt noch in der tiefsten Entstellung suchen will".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.07.2011
In gewisser Weise betrachtet Rezensent Gerhard Vinken den hier angestrengten Versuch einer Typologie des Berliner Stadthauses als gescheitert. Denn die Kernthese des Autors - das Postulat einer langen und hartnäckigen Tradition spezifisch Berliner Bauelemente - werde durch das ausgebreitete Material mitnichten gestützt. Stattdessen empfiehlt der Rezensent, das Buch eher als eine "europäische Geschichte des Wohnens am Beispiel Berlins" zu lesen. Denn als eine solche sei die Untersuchung Gold wert, meint Vinken, der ihr eine hohe Informationsdichte bescheinigt und insbesondere die Inblicknahme sozialer und politischer Aspekte der Berliner Architekturgeschichte lobt. Skepsis bringt der Rezensent allerdings Hoffmann-Axthelms Einschätzung der Moderne entgegen, die ungeachtet diverser Einzelerscheinungen als "Epoche der Typenvernichtung" abqualifiziert werde. Und auch hinsichtlich der vom Autor geforderten Weiterentwicklung des Typus ist der Rezensent eher kritisch eingestellt, eben weil er die von Hoffmann-Axthelm selbst bezeugte Mannigfaltigkeit Berliner Baukunst schätzt.
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