Der Winter 1932/33: Es schlägt die Stunde der Strippenzieher, der Glücksritter, Extremisten und Volksverführer: Ein skrupelloser Kampf um die Macht entbrennt.
November 1932, die Weimarer Republik taumelt. Die Wirtschaft liegt am Boden und auf den Straßen toben Kämpfe zwischen Linksextremisten und Rechtsradikalen. Wenige Männer entscheiden in den kommenden Tagen über das Schicksal der Deutschen. Hitler will die ungeteilte Macht, Goebbels spuckt Gift und Galle, Reichskanzler Franz von Papen zögert zurückzutreten, General Kurt von Schleicher sägt an dessen Ast. Sie alle fintieren, drohen, täuschen und umgarnen den greisen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg. Es beginnt ein dramatischer Kampf um die Macht.
Mit ihrer "dokumentarischen Collage" "Die Totengräber" wollten Rüdiger Barth und Hauke Friederichs laut Rezensent Rudolf Walther ohne verfälschende Kommentare von Nachgeborenen das Drama entfalten, das sich zwischen den Politikern Franz von Papen (Zentrum), Kurt von Schleicher (parteilos), Adolf Hitler (NSDAP) und ihrem Schiedsrichter Paul von Hindenburg abspielte und Hitler letztlich an die Macht führte. Die chronologische Anordnung von Tagebuchausschnitten, Briefen und Akten alleine erkläre aber noch keine Zusammenhänge, bemängelt Walther. Obwohl detailreich, findet der Rezensent die Quellen, aus denen sie schöpfen, außerdem zu großen Teilen unseriös, unpassend gefühlig oder einseitig. So mischen sich laut Walther Berichte aus Goebbels-Tagebüchern mit Ansichten der Klatschkolumnistin Bella Fromm, die ihm zu viele abseitige Kommentare enthalten. Eine erhellende Dokumentation stellt der Rezensent sich offensichtlich anders vor.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.05.2018
Robert Probst rät zur Verfilmung des Buches von Rüdiger Barth und Hauke Friederichs. Als wissenschaftliche Darstellung taugt der Band seiner Meinung nach nicht. Zu wenig Quellengenauigkeit, zu wenig Kritik und Analyse, meint er. Allerdings erkennt Probst auch, dass es den Autoren um etwas ganz anderes geht, um Lebendigkeit und Lesbarkeit, um Tempo und die Erfassung von Details. Auch wenn es für den Rezensenten mitunter wie Kasperletheater ist, wenn Figuren und Events der letzten Tage der Demokratie aufgerufen werden, wieder abtreten und unkommentiert bleiben. Spannend ist es allemal, meint er.
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