Nur selten überfällt mich der Wahnsinn, der Schöpfer zu sein der Dinge, die mir über die Jahre zufielen. Auf dem Weg in die Hülle des Herrn Meier entsteht als Abdruck des Ganges durch die paar zehntausend Tage eine Fußspur, manchmal lustig, manchmal öd und prätentiös, oft weggeschwemmt, aber immer als solche unwichtig, weil das Relevante nicht ohne hinterlassene Spur ist, sondern das hoffentlich lebenslange Erkennen der Welt und meiner höchst unbedeutenden Wenigkeit als einem Teil von mir.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 20.10.2011
Mit angehaltenem Atem blickt Rezensent Roman Bucheli auf das Leben des Künstlers Dieter Meier zurück. Oft habe es "auf der Kippe" gestanden, weiß Bucheli, doch habe Meier es stets zuwege gebracht, "aus seinem Scheitern eine Kunst" zu machen, so der Rezensent, der diesen Aspekt von Meiers Biografie besonders hervorhebt. Meier sei aus der Not heraus Künstler geworden, weil ihm das diskrete Glück gewöhnlicher Lohnarbeit versagt geblieben sei. Dem Dilettantismus sei Meier dann auch zu Zeiten großen Erfolgs treu geblieben: Einer Vereinnahmung durch den kommerziellen Kunstbetrieb habe sich der "Schamane des Nichts" stets zu entziehen gewusst. Aussagekräftig findet Bucheli die Abbildungen diverser Kunstaktionen Meiers. Insbesondere die Gesichtsausdrücke, sowohl die des Künstlers als auch die des Publikums, veranlassen den Kritiker zu Spekulationen über das Wesen der Kunst im Wandel der Zeiten. Die Postmoderne, so viel sei verraten, kommt dabei nicht gut weg, was angesichts dieser an melancholischen Tönen nicht eben armen Kritik (und ihrer anscheinend ebenso melancholisch gefärbten Vorlage) aber ins Bild passt.
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