Von Kämpfen mit Schauspielern (und vor allem mit Schauspielerinnen!), von der fruchtbaren Zusammenarbeit mit Friedrich Schiller, die zur Freundschaft zwischen den so unterschiedlichen Charakteren führte, vom Einfluß des Hofs und des Bürgertums, vom Neid der Kollegen und Hilfe eines Ifflands - hiervon, und von etlichem anderen berichtet Dietrich Fischer-Dieskau. Gerade die profunden musikalischen Kenntnisse des berühmten Sängers Fischer-Dieskau sorgen für einen ganz neuen Blick auf Goethes Schaffen, auf seine Bemühungen um das Libretto im speziellen und die deutsche Oper im allgemeinen. Portraits wichtiger Personen und Abbildungen von Theateraufführungen runden diesen Band ab.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.07.2007
Der vom Rezensenten als dringlich empfundene Wunsch nach einer Darstellung von Goethes Wirken als Theaterintendant wird endlich erfüllt. Und wie! Dass ausgerechnet der Goethe-Kenner Dietrich Fischer-Dieskau sich des Themas annimmt, stimmt Manfred Osten äußerst glücklich. Den Band selbst nennt er den "seit Jahrzehnten materialreichsten" und freut sich über die gesammelten Indizien für eine Neubewertung von Goethes Opern- und Sprechtheaterpraxis. Sowie über erstaunliche Einzelheiten zu dessen Detailversessenheit und Rigorismus, der bis zur unmittelbaren Rezeptionsanleitung der Zuschauer reichte.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.03.2007
Überaus gelungen findet Dieter Borchmeyer diese Monografie des Theatermannes Goethes, die Dietrich Fischer-Dieskau vorgelegt hat. Die Arbeit des Sängers bietet seines Wissens die "umfassendste Darstellung" von Goethes Theaterleben seit vielen Jahrzehnten. Borchmeyer unterstreicht den Ansatz Fischer-Dieskaus, der nicht den Anspruch erhebe, neue Quellen entdeckt oder im eigentlichen Sinne geforscht zu haben, auch wenn er die entsprechende Forschungsliteratur hervorragend kenne. Das Interesse des Autors scheint Borchmeyer "weniger ein analytisches als ein narratives." Entstanden ist so eine "große Erzählung". Besonders hebt er Fischer-Dieskaus Interesse an Goethes musiktheatralischen Ambitionen und seine Mozart-Affinität hervor. Dabei räume er auch das Vorurteil aus, Goethe habe nicht allzu viel von Musik verstanden.
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