Dimitar Korudziev

Bevor gestorben wird

Roman
Cover: Bevor gestorben wird
Wieser Verlag, Klagenfurt 2003
ISBN 9783851293609
Gebunden, 286 Seiten, 21,00 EUR

Klappentext

Aus dem Bulgarischen von Andreas Tretner. Die Entstehung des Buches fällt in die Zeit der Demokratisierung in Bulgarien, die Zeit der Umbewertung der kommunistischen Vergangenheit, insbesondere der stalinistischen Periode. Protagonist des Romans ist eine historische Persönlichkeit. Eine Figur, die man in den Lexika bis heute vergeblich sucht, bei deren Erwähnung die ältesten Sofioter leuchtende Augen bekommen. Der Roman entreißt ihn dem drohenden Vergessen: Saso Nikolow, genannt Sladura. Geigenvirtuose, zuhause auf dem Konzertpodium ebenso wie in den Bars und Tanzsälen, Bohemien, Spieler, Lebenskünstler. Es beginnt wie im Märchen: das "Fast-noch-Wunderkind", umschwärmt bei seinem ersten und letzten großen Auftritt im Zarenpalast, kurz vor dem Zweiten Weltkrieg. Am Ende des Buches wird der Mann, vierzigjährig, vor den Augen sadistischer Offiziere in einem Lager totgeprügelt (1961). Diese beiden Ereignisse sind authentisch. Vieles von dem, was dazwischen geschildert wird, entstammt der Phantasie, dem Gestaltungswillen des Autors...

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 28.06.2003

Der Rezensent Uwe Stolzmann kann überhaupt nicht verstehen, warum dieses Buch so lieblos gedruckt wurde: unterschiedliche Orthografierung des Autors, kein Verweis auf die bulgarische Originalausgabe und ein durch und durch weißes Buchcover, wie für einen "Blindband". Dabei sei Korudcievs Narrengeschichte um den Teufelsgeiger Saso Sladura, dessen loses Mundwerk ihn schließlich das Leben kostet, ein ungemein lebendiger, "philosophisch-melancholischer" Roman über das sozialistische Bulgarien, eine "Parabel über die engen Grenzen jedweder Individualität in einem rigiden, von Kleingeistern beherrschten Staatswesen". Korudcievs Metaphern vergleicht Stolzmann mit "beißwütigen Hunden", so "jäh, genau und äußerst schmerzhaft" treffen sie. Von dieser "sprunghaften, frischen und verstörenden, oft derb expressionistischen" Sprache, so der Rezensent, möchte man mehr lesen. Daher sein Aufruf: "Man drucke bitte mehr."
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