Klappentext
Was wir von der Natur lernen können: Kooperation ist ein grundlegendes Prinzip allen Lebens. "Survival of the Fittest", der Wettkampf als treibende Kraft natürlicher Auslese, ist zwar zentral für graduelle Entwicklung und Optimierung. Aber erst Symbiosen schaffen Neues. Heute weiß man: Kein Tier, keine Pflanze, kein komplexer Organismus kommt ohne sie aus.
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Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.08.2025
Anregend findet Rezensent Christian Schwägerl das Buch des Mathematikers und Biologen Dirk Brockmann über die kooperativen Grundlagen des Lebens. Dass nicht der Stärkste gewinnt, sondern der Kooperativste illustriert der Autor laut Rezensent mit "eigenwilligen" Zeichnungen, vor allem aber mit "staunenswerten" Beispielen von kontaktfreudigen Froschembryonen über das Mikrobiom und Meerschnecken bis hin zu unserer bakteriellen Seite in einem schönen Mix aus Anekdotischem und Einsichten aus der Biologie. Dass gesichertes Wissen im Buch nicht immer als solches gekennzeichnet ist, bedauert Schwägerl, und den abschließenden Dialog des Autors mit ChatGPT hätte Brockmann sich sparen können, aber insgesamt scheint ihm das Buch anregende Lektüre zu bieten.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 31.07.2025
Ein unterhaltsames, aber nicht durchweg überzeugendes Buch liest Rezensent Volkart Wildermuth. Dirk Brockmann beschäftigt sich normalerweise mit theoretischer Physik, jetzt aber hat er ein Buch über Evolutionsbiologie geschrieben, erfahren wir, und plädiert dafür, der Kooperation mehr Aufmerksamkeit zu schenken als einem evolutionären Mechanismus. Denn die Arten entwickeln sich nicht nur durch Konkurrenz weiter, glaubt Brockmann Wildermuth zufolge, sondern auch durch Zusammenarbeit, etwa wenn Weißklee von Viren befallen und deshalb weniger attraktiv für den Verzehr durch Mücken wird. Andere Beispiele, die Brockmann aufzählt: Mikroben, die mit größeren Lebewesen Symbiosen eingehen, oder auch sexuelle Fortpflanzung. Was aus solchen Erkenntnissen konkret folgen könnte, erfährt der Rezensent von Brockmann freilich nicht, es bleibt bei pauschalen Appellen, die Fähigkeit der Natur zu Kooperation nutzbar zu machen. Insgesamt vermisst Wildermuth ein ansprechendes theoretisches Gerüst, das den faszinierenden, aber kaum zusammenhängenden Beispielen, die das Buch versammelt, Halt geben würde - außerdem, moniert der Rezensent, sind manche dieser Beispiele schlicht Nebeneffekte von Konkurrenz. Licht und Schatten also, so das Fazit.