Pommern galt zeitgenössisch als eine der rückständigsten Regionen der preußischen Monarchie. Diese Wahrnehmung wurde von der Geschichtswissenschaft willig aufgegriffen, bestätigte sie doch die gängige Einschätzung eines in der Vormoderne verharrenden Ostelbiens. Die Studie untersucht den auch in Pommern stattfindenden Modernisierungsprozess. Anhand der Untersuchungsfelder "Hebung des Schulwesens", "Ausbau der Infrastruktur" und "Entfaltung zivilgesellschaftlicher Strukturen" beleuchtet sie, wie sich fördernde und hemmende Tendenzen auf die verschiedenen staatlichen Instanzen einerseits und die Gesellschaft andererseits verteilten.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.01.2013
Die Frage, was Rückständigkeit eigentlich ist und wer sie definiert, interessiert den Rezensenten Siegfried Weichlein. Der Historiker Dirk Mellies untersucht in seiner Dissertation die Modernisierung in Mecklenburg-Vorpormmern im 19. Jahrhundert und von Weichlein erfahren wir soviel, dass der Ausbau von Infrastruktur, Schulen und zivilgesellschaftlicher Selbstorganisation dem Autor als Indikatoren dienen und dass diese Entwicklung in Deutschlands rückständigsten Region vor allem von staatlichen Beamten getragen wurde, die "Trias Schule-Eisenbahn-Vereine" mithin ein regionales Elitenprojekt gewesen sei. Weichlein vermisst eine inhaltliche Definition von Fortschritt und fragt: Was ändert sich für den Bauern auf Feld, wenn er nicht mehr rückständig feudal, sondern kapitalistisch fortschrittlich ausgebeutet werde?
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