Barbara Weinmann

Eine andere Bürgergesellschaft

Klassischer Republikanismus und Kommunalismus im Kanton Zürich im späten 18. und 19. Jahrhundert
Cover: Eine andere Bürgergesellschaft
Vandenhoeck und Ruprecht Verlag, Göttingen 2002
ISBN 9783525351697
Kartoniert, 391 Seiten, 44,00 EUR

Klappentext

Die Identität von Regierenden und Regierten: dieses Leitbild von Bürgergesellschaft als politisch-sozialer Einheit prägte den Übergang des schweizerischen Kantons Zürich zur modernen Erwerbsgesellschaft. Wie verlief dieser Zürcher Weg in die "andere" Bürgergesellschaft? Welche Rolle spielten dabei frühneuzeitliche Modelle gemeindlich-genossenschaftlicher Ordnung? Wie dynamisierte sich die städtische Bürgergesellschaft und wie strahlte sie auf die ländlichen Untertanen aus? Barbara Weinmann zeigt am Beispiel Zürichs, wie und unter welchen Bedingungen traditionelle Ordnungsvorstellungen über den Beginn der Moderne hinweg sich als entwicklungsfähig erwiesen. So entstand im Kanton Zürich eine andere Form moderner Bürgergesellschaft: mit weniger Trennung von Gesellschaft und Staat, weniger Konflikt, mehr Gemeinnutz-orientiertem Konsens, mehr Kompromiss zwischen Gemeinde und Staat als im mittel- und westeuropäischen Normalfall.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 18.01.2003

Barbara Weinmanns Studie über die Entstehung der "anderen Bürgergesellschaft" im Kanton Zürich hat den "uha" zeichnenden Rezensenten nicht wirklich begeistert. Den Titel findet er etwas plakativ, das Buch, eine Dissertation, recht theorielastig. Weinmann weise nach, berichtet der Rezensent, dass die zürcher Demokratie (und letztlich auch die schweizerische) aus einem erfolgreichen Brückenschlag zwischen Vormoderne und Moderne, zwischen ständischer und bürgerlicher Gesellschaft hervorgegangen sei. Sowohl der städtische "klassische Republikanismus" als auch der ländliche "Kommunalismus", fasst der Rezensent die Ergebnisse von Weinmanns Arbeit zusammen, hätten sich unter den Bedingungen des entstehenden Kapitalismus als "dynamisch" und "modernisierungsfähig" erwiesen und ihr gemeindlich-genossenschaftliches Modell auf die kantonal-staatliche Ebene zugeschnitten. Zu seinem Bedauern bleiben jedoch helvetisch-republikanische Defizite wie der politische Ausschluss der Frauen und die massive Kapitalkonzentration innerhalb einer schmalen Schicht "weitgehend ausgespart".

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