Aus dem Italienischen von Martin Hallmannsecker. Nach einem Streit vertrauen Pietro und Teresa einander ihre schlimmsten, immer verschwiegenen Geheimnisse an. Das soll die beiden unzertrennlich machen, ihre stürmische Beziehung retten. Kurz darauf gehen sie trotzdem auseinander. Pietro, Lehrer an einem Vorstadtgymnasium in Rom, verliebt sich in seine Kollegin Nadia. Die ist das genaue Gegenteil der aufbrausenden, spöttischen Teresa, und Pietro bemüht sich von nun an, ein besserer Mensch zu sein: ein aufmerksamer Partner, fürsorglicher Familienvater, begeisternder Lehrer, ein Mann, der scheinbar überall gefällt. Bis Teresa wieder auftaucht - und mit ihr die Vergangenheit und die ständige Drohung, ihn auffliegen zu lassen ... Domenico Starnone treibt ein spannendes und ausgeklügeltes Spiel mit den nicht immer zuverlässigen Geschichten, die Menschen von sich und anderen erzählen: Wem ist hier zu trauen? Und kann einen die Angst vor den eigenen Geheimnissen zu einem guten und glücklichen Menschen machen?
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.03.2021
Kaum ein Schriftsteller zerlegt Lebenslügen im Angesicht des Alters so brillant wie der italienische Autor Domenico Starnone, jubelt Rezensentin Maike Albath. Im neuen, laut Albath von Martin Hallmannsecker grandios übersetzten Roman variiert Starnone sein Thema ein wenig, erkennt die Kritikerin, die hier hinter die Fassade des betagten Lehrers und Intellektuellen Pietro Vella blickt, der öffentlich für humanistische Werte eintritt. Jener Vella hatte in jungen Jahren mit seiner Schülerin und Geliebten Teresa einen Pakt geschlossen: Beide gestanden einander das schlimmste Geheimnis ihres Lebens; nun droht Vella die Vergangenheit einzuholen. Wie der Autor die destruktiven Triebe im Inneren eines jeden Menschen enthüllt, seine Helden in weiteren Figuren spiegelt und die Erzählebenen immer wieder durcheinanderwirbelt, hat die Kritikerin tief beeindruckt.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…