Aus dem Amerikanischen von Maximilian Schäfer. Das Aufgebot der Tafelrunde von König Artus zur Bekämpfung der Nazis ist keineswegs nur ein Gag, den sich die Monthy Pythons hätten ausdenken können. Es ist die Projektion einer wenn nicht besseren, so doch anderen Zeit auf unsere. Konfrontiert mit modernster Militärtechnologie, machen mittelalterliche Ritter zwar eine komische und ohnmächtige Figur, ihr Hauen und Stechen erlaubt aber, Kampfpausen einzuschalten, um bei einem Stückchen Pfeffer-Brie zu philosophieren. "Ich verbringe mein ganzes Leben damit", sagt Don Barthelmes Lanzelot, "auf etwas draufzuhauen. Ist das die beste Lebensweise?" Letztlich geht es um die Frage, was nicht einfach nur politisch opportun ist, sondern moralisch richtig. Nachdem König Artus in den Besitz der Formel zum Bau der Atombombe gelangt ist, entscheidet er sich daher dagegen, den Krieg durch sie zu entscheiden - was ihn nicht vor Rassismen schützt.
Rezensent Nicolai Kobus macht sich stark für Donald Barthelmes letzten 1990 posthum im Original erschienenen Roman, dessen "hochgeradig" philosophisch verfeinerter Humor samt seiner "in ein Netz kulturgeschichtlicher Interferenzen eingesponnenen" Albernheiten bei ihm auf ausgesprochen fruchtbaren Boden fällt. Wenn Monty Python sich nicht irgendwann aufgelöst hätte, hätten sie eines Tages wahrscheinlich so ähnliche Bücher geschrieben, spekuliert Kubus amüsiert. Zwar muss er sich gelegentlich durch erzählerisches Wirrwarr und gänzlich sinnfreie Zonen kämpfen. Trotzdem betrachtet er die Literatur dieses "Masterminds der amerikanischen Postmoderne" als Gewinn - auch dank des "hollywoodesken und selbstironischen Lanzen-Hegel-und-Harnisch-Deutschs", in das Maximilian Schäfer dieses spitzfindige Buch übersetzt habe.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.09.2006
Nach Meinung des Rezensenten Thomas Leuchtenmüller macht dieser postum erschienene Roman - übrigens der einzige derzeit auf Deutsch erhältliche Roman des seinerzeit avantgardistischen Schriftstellers Donald Barthelme - Freude, weil er auf verschiedenen Ebenen funktioniert. Die postmoderne Konstruktion sei zum einen literaturgeschichtlich interessant, weil hier Grundmotive der Avantgardisten des 20. Jahrhunderts zur Sprache kommen, funktioniere aber trotzdem ganz und gar ohne Theoriekenntnisse. Das liegt vor allem an dem lustvoll eigenwilligen Umgang mit Sprache, den der US-amerikanische Autor pflege: "Das Vertraute wird auf diese Weise verfremdet und erneuert, derweil der Leser vom Konsumenten zum Produzenten des Sinns avanciert." Unter diesem Aspekt gefällt Leuchtenmüller auch, wie Barthelme in dieser in den historischen Kontext des Zweiten Weltkriegs versetzten Adaption der Artus-Sage historisches und zeitgenössisches Material mischt.
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