Doris Runge

die schönsten versprechen

Gedichte
Cover: die schönsten versprechen
Wallstein Verlag, Göttingen 2022
ISBN 9783835352971
Gebunden, 89 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Doris Runges Gedichte kommen fast beiläufig daher, sie sprechen eher in lakonischem Ton als in dem des raunenden Beschwörens. Und doch entfaltet sich in ihnen das Leben in all seinen Facetten, in seinen beschwingten Momenten wie in seiner existenziellen Schwere. Doris Runge fängt poetisch ein, was sie mit ungeheurer Schärfe wahrnimmt, was Träume ihr eingeben, sie hält das Weiß und Schwarz gegeneinander, "als die witwen / mit den bräuten / die farben tauschten", sie befragt ihre Erinnerungen ebenso wie ihre Erwartungen, spricht vom Unterwegssein in der rauen norddeutschen Küstenlandschaft und anderswo, von der Liebe, von Hoffnungen und Enttäuschungen und neuen Hoffnungen, vom sich immer wieder ändernden Beständigen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.08.2022

Rezensent Tilman Spreckelsen bewundert den versöhnlichen Mut in den Gedichten von Doris Runge. Wie die Autorin noch mit einer lästigen Stubenfliege ihren Frieden macht, ihrer Gegenwart Transzendenz und "etwas Tröstliches" abgewinnt, findet er bezaubernd. Zu einer der wichtigsten deutschsprachigen lyrischen Stimmen zählt Runge für ihn aber auch durch die Fähigkeit, etwa durch den Rhythmus den unsicheren Gang einer Wasserfrau nachvollziehbar zu machen. Die Bildwelt in den neuen Texten dürfte Runge-Lesern vertraut sein, ahnt Spreckelsen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 18.08.2022

Rezensent Björn Hayer entgeht nicht Doris Runges feines, sehnsuchtsvolles Sensorium für den Augenblick. Gesucht wird in den neuen Texten laut Hayer nicht das Getümmel, sondern einsame Orte, Stille. Hier entfaltet sich die Demut vor der Welt dieses lyrischen Ichs und Runges "Poetik der Zurückhaltung", meint er. Formal manifestiert diese sich laut Hayer in lakonischer Reduktion, Verzicht auf Dekor und höchster Verdichtung. Was den Rezensenten zunächst an Polaroids erinnert, Impressionen aus dem Alltag, aus Träumen und von Spaziergängen, erschließt sich dem Leserbewusstsein im Weiteren durch Runges lyrische Kunst, so Hayer. "man könnte gedichte / schreiben / man könnte (…) seine liebe erklären / man tut es", zitiert er die Autorin.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 27.07.2022

Rezensent Michael Braun erkennt in Doris Runges neuen Gedichten einen wehmütigen Rückblick auf Vergangenes, wobei der Blick zurück der Dichterin auch immer wieder als Selbstvergewisserung dient, wie Braun feststellt. Gleich geblieben sind laut Braun die poetische Kürze und Verknappung und die maritime Ostsee-Topografie und Motive wie die Wasserfrau Melusine, die dem Rezensenten aus dem Werk der Autorin vertraut sind. Der Titel des Bandes erfüllt sich laut Braun in den Gedichten stets unter Einbezug von skeptischen, zweifelnden Tönen. Wenn Runge auf eine allzu schnelle Pointe aus ist, verlieren die Texte mitunter an Stärke, findet er, wenn die "Abbreviatur" gelingt, findet Braun sie jedoch "meisterhaft".
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