Aus dem Amerikanischen von Matthias Göritz und Uda Strätling. "Elegie", ein großer Trauergesang, zählt zu den wichtigsten amerikanischen Gedichtbänden im letzten Jahrzehnt - hier erscheint er erstmals auf Deutsch.
Mary Jo Bang spricht in den Gedichten des Zyklus "Elegie" von der Erfahrung eines unerträglichen Verlusts: dem Tod ihres Sohnes. In Etappen durchleben wir als Leser den Trauerprozess, immer wieder kehren wir zu zwei verstörenden Themen zurück: zur sich im Trauern immer neu verzerrenden Wahrnehmung von Zeit und zur Erkenntnis, dass auch die Elegie eine Art von Vorstellung ist, in dem sich die Person im Schmerz aufspaltet und Inneres und Äußeres anscheinend unterschiedlichen Regieanweisungen folgen. Aus dem imaginierten Gespräch mit dem Abwesenden, der Selbstanklage, dem nagenden Gefühl von Schuld, dem Dauergefühl des Ungenügens angesichts des Geschehenen, entwickelt sich auch ein Dialog zwischen der Form der Gedichte und der Trauer. Die Gedichte berichten nicht - sie sind Erfahrung.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.03.2018
Für Rezensent Nico Bleutge ist Mary Jo Bang die "große Nervenkünstlerin" der amerikanischen Gegenwartslyrik. Auch in diesem Band, in dem Bang die Trauer um den Tod ihres 2004 an einer Überdosis verstorbenen Sohnes umkreist und zugleich analysiert, bewundert der Kritiker einmal mehr das Vermögen der Dichterin, in bewegliche Versen die Kraft der Gedanken und feine "Körperwahrnehmungen" in "poetische Energie" zu bündeln. Auch mit der Übersetzung von Uda Strätling und Matthias Göritz ist der Rezensent mit nur wenigen Ausnahmen zufrieden.
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