Peer Steinbrück ist der beliebteste Oppositionspolitiker. Sein Freund Helmut Schmidt hat ihn bereits zum Kanzlerkandidaten ausgerufen. Unvergessen ist sein Auftritt beim Ausbruch der Finanzkrise. Steinbrück, damals Finanzminister, und Kanzlerin Merkel retteten die Banken, steuerten Deutschland auf einem Kurs, der die Arbeitsplätze sicherte, die Wirtschaft am Leben erhielt. Doch der Hamburger mit der unverblümten Sprache hat noch keine Wahl für die SPD gewonnen. Im Gegenteil. Als Ministerpräsident verlor Steinbrück das traditionell rote Nordrhein-Westfalen an die CDU. Was kann er wirklich? Was hat der studierte Volkswirt, dessen Vorfahren die Deutsche Bank mitgegründet haben, in seinen Lehrjahren unter Kanzler Helmut Schmidt und später bei Johannes Rau gelernt? Wird er der neue Kanzler? Eckart Lohse und Markus Wehner haben ihn genau angeschaut und erzählen seine Lebensgeschichte, beschreiben seine Stärken und seine Schwächen.
Erhellend scheint Hannes Koch diese Biografie des Sozialdemokraten Peer Steinbrück, die Eckart Lohse und Markus Wehner vorgelegt haben. Er attestiert den Autoren, die zwei längere Gespräche mit Steinbrück führen konnten, ein "wohlwollend-kritisches" Porträt des Politikers. Dieser wird laut Koch als in der Bevölkerung beliebter, durchsetzungsstarker, wirtschaftsnaher, aber auch soziale Interessen vertretender Politiker geschildert. Im Mittelpunkt des Buchs steht für ihn die Frage, ob Steinbrück auch zum Bundeskanzler taugen würde. Manches spricht dafür, manches dagegen. Problematisch scheint Koch insbesondere die Arroganz des Politikers und seine bisweilen schneidend verletzende Art. So neigt er dazu, Theo Waigel zuzustimmen, der in dem Buch zitiert wird mit dem Satz: "Steinbrück kann Kanzler, aber es würde nicht gutgehen."
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