Der Mann, der Kanzler werden will - Das politische Bekenntnis des Außenministers und Kanzlerkandidaten der SPD. Frank-Walter Steinmeier schreibt über sein Leben, seine Ziele, seine Visionen für Deutschland. Er selbst gibt Auskunft über seine Herkunft aus einer ostwestfälischen Handwerkerfamilie, seine politische Kinderstube, seine Sicht von Gefährdungen und Chancen in der Gegenwart.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.04.2009
Unspektakulär scheint Rezensent Majid Sattar diese Selbstbetrachtung des gegenwärtigen Vizekanzlers und Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier, die dieser zusammen mit Ko-Autor Thomas E. Schmidt pünktlich zum Bundestagswahlkampf vorgelegt hat. Das Buch ist für den Rezensenten auch eine gute Ergänzung zu Torben Lütjens ebenfalls jetzt vorliegender Steinmeier-Biografie. In beiden Büchern geht es in seinen Augen recht gemächlich zu. Aufsehenerregende Anekdoten und Geschichten findet er weder in dem einen noch in dem anderen Werk. Gefallen haben ihm die Passagen, in denen Steinmeier sein Heranwachsen in dem lippischen Dorf Brakelsiek schildert. "Zweimal am Tag ging ein Bus. Auch dort, wo er hinfuhr, war nicht viel mehr los", zitiert er die Erinnerungen des Politikers. Sattar rekapituliert dann noch die wichtigsten Stationen von Steinmeiers Karriere und vergleicht ihn mit Schröder. Dabei konstatiert er biografische Überschneidungen, hebt aber doch die ganz unterschiedlichen Temperamente hervor.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 20.03.2009
Frank-Walter Steinmeier kann sympathisch, entspannt und sogar witzig sein, meint Rezensent Karl Doemens, aber aus seinem Buch erfährt man derlei nicht. Stattdessen erfährt der Rezensent von Steinmeiers Vorliebe für Jazz, den wechselnden Aufstellungen in seiner Fuball-Jugend und der Tatsache, dass sich Zehlendorf über den neuen Nachbarn gefreut hat, weil mit der Polizeipräsenz die Autoeinbrüche zurückgegangen sind. Hier bringt sich ein Wahlkämpfer in Stellung, winkt Doemens ab. Und tatsächlich: Ausführungen zur Kurnaz-Affäre oder dem Sturz von Kurt Beck sucht man vergeblich, bemerkt Doemens. Alles mag er dann aber doch nicht schlechtreden: Die Passage über den rot-grünen Wahlkampf beispielsweise hat ihm gefallen, und den Abschnitt über die Chancen und Risiken der Globalisierung findet er "klug reflektiert".
Gibt es eigentlich Leser, fragt Stefan Reinecke, denen diese Form der "politischen Mutmachprosa" gefällt, in der "Grund zur Zuversicht" und "mutiges Denken nach vorn" herrschen? Reinicke definitiv nicht, doch zu seinem Leidwesen besteht Frank-Walter Steinmeiers Autobiografie mit dem "besitzergreifenden" Titel "Mein Deutschland" zu ungefähr drei Vierteln aus dieser Form bleiernen Politikersprechs; die interessanten Parts machen vielleicht gerade einmal ein Viertel aus. Hierin lernt er dann von Steinmeiers Aufstieg aus der ostwestfälischen Provinz in die Berliner Regierungsspitze durch Bildung, Unauffälligkeit und Solidität - auch nicht unbedingt Umstände, die ein Buch wirklich spannend machen. Auch eine gewisse selbstkritische Reflexion vermisst Reinecke, der noch darauf hinweist, dass der Zeit-Hauptstadtkorrespondent Thomas E. Schmidt Steinmeier bei diesem Buch zur Hand gegangen ist.
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